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04.05.2012

15:47 Uhr

Rhön-Klinikum

Fresenius will bald Angebot vorlegen

Fresenius will die Übernahme des Rhön-Klinikum möglichst schnell perfekt machen und die entsprechenden Unterlagen bei der Finanzaufsicht einreichen. Unterdessen notiert die Rhön-Aktie deutlich unter dem Angebotspreis.

Ein Schatten fällt auf eine Wand mit dem Logo des Gesundheitskonzerns. dpa

Ein Schatten fällt auf eine Wand mit dem Logo des Gesundheitskonzerns.

FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius will bei der geplanten Milliarden-Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum keine Zeit verstreichen lassen. Das Unternehmen plane, noch am Freitag die Angebotsunterlagen bei der Finanzaufsicht BaFin einzureichen, sagte ein Fresenius-Sprecher zu Reuters. "Voraussichtliche Veröffentlichung der Angebotsunterlage und Beginn der Annahmefrist ist der 18. Mai."

Das Unternehmen aus Bad Homburg hatte erst vergangene Woche angekündigt, Rhön für 3,1 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Zusammen mit seiner Tochter Helios würde Fresenius damit den unangefochtene Marktführer unter den privaten Klinikbetreibern in Deutschland mit mehr als 80.000 Mitarbeitern formen. Ob der Konzern mit seiner Offerte Erfolg hat, ist allerdings keinesfalls sicher, da über 90 Prozent der Rhön-Aktionäre die Offerte annehmen müssen. Fresenius-Chef Ulf Schneider hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass das Unternehmen die hohe Hürde überspringen kann.

Der Fresenius-Sprecher bekräftigte am Freitag, dass der Konzern nicht plane, am Markt Aktien von Rhön-Klinikum zu kaufen. Der fränkischen Klinikbetreiber hatte am Mittwoch in eine Pflichtmitteilung erklärt, dass Fresenius "aufgrund von Instrumenten nach §25a des Wertpapierhandelsgesetzes 12,45 Prozent" an Rhön halte.

Die Meldung wurde nötig, weil Rhön-Gründer Eugen Münch angekündigt hat, die von ihm und seiner Frau gehaltenen Aktien im Rahmen des Übernahmeangebots verkaufen zu wollen, wie der Fresenius-Sprecher erläuterte. Es handle sich nicht um einen bereits vollzogenen Kauf, sondern nur um eine Annahmeverpflichtung. "Wird das Übernahmeangebot nicht vollzogen - etwa weil die Mindestannahmeschwelle nicht erreicht wird -, kommt es auch zu keiner Übertragung der von Herrn und Frau Münch gehaltenen Aktien auf Fresenius."

Fresenius bietet den Rhön-Aktionären 22,50 Euro je Aktie - hinzukommen dürfte noch die von Rhön angekündigte Dividende von 45 Cent. Am Freitag notierte die Rhön-Aktie allerdings lediglich bei 21,32 Euro - ein Zeichen, dass einige Marktteilnehmer ein Scheitern der Übernahmen für denkbar halten.

Von

rtr

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