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04.01.2005

09:34 Uhr

Rhön-Klinikum und Sana Kliniken stärken ihre Position im Freistaat

Bayerns Kommunen machen mit ihren Krankenhäusern Kasse

Die Privatisierung von Krankenhäusern ist kein typisch ostdeutsches Phänomen mehr. Angesichts des von der Landesregierung angeordneten Sparkurses beschlossen gleich mehrere bayerische Kommunen in den vergangenen Wochen, ihre Einrichtungen an private Träger zu verkaufen.

ant HB FRANKFURT/M. Damit erschließen die Klinik-Konzerne neues Terrain – bislang war der Anteil der privaten Träger im reichen Freistaat verschwindend gering.

Das börsennotierte Rhön-Klinikum, für das Bayern bislang fast ein weißer Fleck auf der Landkarte war, schlug vor dem Jahreswechsel gleich mehrmals zu. Erst entschied der Landkreis München, die von vielen Ketten umworbenen Kreiskrankenhäuser Parsing und Perlach vollständig an den Konzern zu übergeben. Nur wenige Tage später beschloss auch der Landkreis Dachau, 74,9 Prozent der Anteile der Amper- Kliniken an das Rhön-Klinikum zu verkaufen. Die auf zwei Standorte verteilte Einrichtung erwirtschaftet nach Unternehmensangaben seit Jahren Betriebsgewinne.

Insgesamt übernimmt der Konzern durch die beiden Transaktionen mehr als 1 000 Krankenhausbetten im Freistaat. Dort sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts derzeit noch immer mehr als die Hälfte der Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft. Im Bundesdurchschnitt gehört dagegen fast nur noch jedes dritte Allgemeinkrankenhaus dem Staat.

Auch dem Rhön-Wettbewerber Sana Kliniken GmbH & Co KGaA gelang es zum Jahreswechsel, seine Position in Bayern zu stärken. Wie das Unternehmen mitteilte, entschied der Stadtrat Hof, ihm sein Klinikum für eine nicht genannte Summe zu verkaufen. Das Allgemeinkrankenhaus hat nach Unternehmensangaben 473 Betten. Der Konzern besitzt bereits eine Klinik in Nürnberg und zwei Krankenhäuser in der Landeshauptstadt. Darüber hinaus hat er Management-Verträge für drei weitere Münchener Kliniken geschlossen.

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