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13.01.2014

15:02 Uhr

Ritter Sport gegen Stiftung Warentest

Die Macht der Tester ist gebrochen

Hersteller zittern regelmäßig vor dem Urteil der mächtigen Stiftung Warentest. Ritter Sport hat dennoch gegen ein schlechtes Testergebnis erfolgreich geklagt. Das trauen sich nur wenige Firmen.

Zeitschriften von Stiftung Warentest in einer Auslage. Nur wenige Unternehmen wehren sich gegen ein schlechtes Testurteil. dapd

Zeitschriften von Stiftung Warentest in einer Auslage. Nur wenige Unternehmen wehren sich gegen ein schlechtes Testurteil.

München/BerlinDer Streit zwischen dem Schokoladenhersteller Ritter Sport und der Stiftung Warentest wird von vielen Firmen in Deutschland aufmerksam verfolgt. Auf den ersten Blick geht es zwar nur um einen winzigen Tropfen Vanillearoma in einer Nuss-Schokolade von Ritter Sport - und um die Frage, ob dieses künstlich oder chemisch ist. Dahinter aber steckt viel mehr.

Für Ritter Sport hat sich die Auseinandersetzung mit der mächtigen Verbraucherschutzorganisation erstmal gelohnt: Das Landgericht München verbot der Stiftung Warentest am Montag unter Androhung einer Strafe von 250.000 Euro die kritische Bewertung einer Vollmilch-Nuss-Schokolade. In der Urteilsbegründung äußerte das Gericht Zweifel daran, dass der Test fair abgelaufen sei. Die Note fünf im Zeugnis wurde wegradiert.

Ein solcher Erfolg gegen die Stiftung Warentest ist aber die große Ausnahme. Seit 50 Jahren zittern die Hersteller von Kindersitzen, Sonnencremes oder Fahrradhelmen vor der Stiftung Warentest wie die Autofahrer vor dem TÜV. Anders als beim TÜV ist das Nachbessern von Fehlern bei einem vernichtenden Urteil der Stiftung Warentest aber schwierig. Der Imageschaden bei einer schlechten Bewertung ist sofort da und bleibt lange bestehen, auch wenn das Produkt überarbeitet wird.

Auf einen Gerichtsstreit mit der Stiftung Warentest lassen sich aber die wenigsten Firmen ein: Geht der Prozess verloren, wird die Firma erst recht durch den Kakao gezogen. Durchschnittlich ziehen nach Angaben von Stiftung Warentest nur vier bis fünf Firmen pro Jahr vor Gericht - bei 2000 getesteten Produkten ist das ziemlich wenig. „Wir mussten noch nie Schadenersatz zahlen“, betont eine Sprecherin.

Kommentare (23)

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Account gelöscht!

13.01.2014, 15:42 Uhr

Na, dadurch ist die "Macht" der Tester glücklicherweise nicht "gebrochen". Und das wäre auch schlimm, denn was sich u.a. in der Lebensmittelindustrie, speziell auch in den Angaben auf den Produkten, so alles abspielt, ist alles andere als verbraucherfreundlich und bedarf unbedingt ständiger kritischer Überprüfung duch unabhängige Institute. Es wäre fatal, wenn auch das in dieser merkwürdigen Republik noch wegbrecen würde.

Neugieriger

13.01.2014, 15:57 Uhr

Stimmt und zur Erinnerung hier noch einmal die letzten Ergüsse der Lobby zum "Green Labeling" eine schmucke Zusatzstoff Beschreibung ohne hässliche E Nummern Prosa sieht viel schöner aus als die verteufelten E's was macht der schlaue Lobbyist richtig einfach umbenennen...

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2013:328:0079:0085:DE:PDF

und hier noch einmal das Komplette grauen:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:006:0020:0063:DE:PDF

Arsen, Blei und Schwermetalle...

Guten Appetit

amBodenBleiben

13.01.2014, 16:06 Uhr

Ritter Sport ist seit Jahren mein Favorit: ....schmeckt gut, sieht gut aus und wird nach hohen Standards gefertigt.

Man kann's auch übertreiben mit den kritischen Stoff- Analysen....(ich gehöre übrigens zu keiner Lobby, bin schlicht nur zufriedener Kunde....)

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