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30.10.2015

11:55 Uhr

Ritter Sport

Sehnsucht nach der „ehrlichen Schokolade“

VonChristoph Kapalschinski

Manche Schokoladen-Sorten schmecken ohne zugesetztes Aroma nicht. Doch sind solche Rezepturen wirklich ehrlich? Das fragt sich der Ritter-Sport-Inhaber, der deswegen bereits Ärger mit Verbraucherschützern hatte.

Der Ritter-Sport-Chef äußert sich zunehmend skeptisch, was zugesetzte Aromastoffe betrifft. dpa

Alfred Ritter

Der Ritter-Sport-Chef äußert sich zunehmend skeptisch, was zugesetzte Aromastoffe betrifft.

HamburgDer Schokoladen-Hersteller Ritter Sport erwägt späte Konsequenzen aus seinem Streit mit der Stiftung Warentest. Er wolle sich auf den Weg machen, auf zugesetzte Aromen zu verzichten, sagte Inhaber Alfred Ritter vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.

Vor zwei Jahren hatte sich Ritter öffentlichkeitswirksam mit den Verbraucherschützern darum gestritten, ob ein Aromastoff in seiner Vollnuss-Schokolade natürlichen oder künstlichen Ursprungs ist. Dabei hatte sich der Hersteller durchgesetzt, der den Stoff als natürlich ansieht.

Dennoch sieht auch Ritter solche Aromen offenbar kritisch. Falsch dosiert könnten sie einen fehlerhaften Geschmack verursachen, sagte er. Allerdings hätte der Verzicht Folgen fürs Sortiment: Sorten wie Erdbeerjoghurt wären ohne zugesetztes Aroma nicht mehr möglich. Bei anderen müsste die Rezeptur verändert werden. Doch Schokolade ohne Aromen würde besser zu Ritters Credo passen: „Schokolade ist ein ehrliches Produkt.“

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Ritters eigener Anspruch ist hoch: „Unser Entwicklungsziel ist es, bei jeder Sorte Klassenbester zu sein“, sagte Ritter. „Daher können wir nicht billig sein.“ Mit dem Handel gebe es regelmäßig harte Verhandlungen – obwohl Ritter zuletzt mehrfach Preiserhöhungen durchgesetzt hatte. Schließlich sei der Handel stark konzentriert – allein Edeka nehme dem mittelständischen Familienunternehmen 20 Prozent der Menge ab.

„Die Machtverhältnisse sind ein bisschen ungleich“, klagte Ritter. Zudem setze der Handel stark auf Eigenmarken, bei denen er Produzent und Preisgestalter zugleich sei. „Das lädt natürlich zu Missbrauch ein.“

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