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26.01.2017

16:53 Uhr

Ritter Sport

Voll auf die Nüsse

VonAndreas Neuhaus

Als Ritter Sport im März 2016 die Preise für Nussschokolade anhob, war das ein Risiko für das Unternehmen. Doch der Schritt hat sich ausgezahlt – der Umsatz bleibt stabil. Jetzt arbeitet Ritter an weiteren Veränderungen.

Es hat sich ausgezahlt, dass das Unternehmen seine Schokolade in die „Bunte Vielfalt“ und die „Nuss-Klasse“ unterteilt hat. dpa

Die „Nuss-Klasse“ von Ritter Sport

Es hat sich ausgezahlt, dass das Unternehmen seine Schokolade in die „Bunte Vielfalt“ und die „Nuss-Klasse“ unterteilt hat.

DüsseldorfEs war ein riskanter Schritt: Vor knapp einem Jahr hob Ritter Sport die Preise für seine Nussschokoladen an. Im Sortiment der wichtigen 100-Gramm-Schokoladen kostet die „Nuss-Klasse“ mittlerweile 20 Cent mehr als die übrigen Sorten. Heute ist der vorsitzende Geschäftsführer Andreas Ronken erleichtert, damals die schwierige Entscheidung getroffen zu haben: „Handel und Verbraucher haben unsere neue Sortimentsstruktur sehr gut angenommen.“

Ritter konnte seinen Umsatz 2016 auf dem Vorjahresniveau halten. Im schwierigen Süßwarenmarkt ist das ein Erfolg. Der deutsche Schokoladenmarkt gilt als gesättigt. Die einzige Möglichkeit für Wachstum im Inland ist Verdrängung, was für Mittelständler im Wettbewerb mit großen Konzernen schwierig ist.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Deshalb war es ein Risiko, als Ritter Sport im vergangenen Jahr sein Sortiment unterteilte. Zuvor kosteten alle quadratischen Schokoladentafeln unabhängig von der Geschmacksrichtung gleich viel. Ab März machte der Hersteller aus seinen sechs Vollnuss-Varianten die „Nuss-Klasse“. Diese kostet in der 100-Gramm-Variante beim empfohlenen Verkaufspreis von 1,29 Euro 20 Cent mehr als die übrigen Sorten.

Nötig machten das massiv gestiegene Rohstoffkosten, insbesondere für Nüsse. 2015 ließ Frost in der Türkei den Haselnusspreis um mehr als die Hälfte ansteigen, Trockenheit in Kalifornien führte bei Mandeln zu einem Preisanstieg von 42 Prozent. Trotz leichter Entspannung lag der Preis auch 2016 über dem langjährigen Mittel.

Mit dem neuen Preis wurde es für die Händler jedoch schwierig, die Nussschokoladen von Ritter Sport in die Sonderangebotsartikel einzubinden. Dort ist ein wichtiger Werbepreis 99 Cent. „In einem Markt wie Deutschland, wo nahezu jede zweite Schokolade zum Aktionspreis verkauft wird, macht sich das natürlich schnell bemerkbar“, erklärt Ritter-Chef Andreas Ronken.

Ritter Sport: Die verrückte Jagd auf Einhorn-Schokolade

Ritter Sport

Die verrückte Jagd auf Einhorn-Schokolade

Mit einer Glitzer-Schokolade landet Ritter Sport einen Coup. Die Sonderedition „Einhorn“ löst einen Online-Ansturm aus und ist rasend schnell ausverkauft. Die Tafel wird schon für das zehnfache gehandelt.

Nach Jahren kontinuierlich steigender Absatzzahlen  verzeichnete Ritter so einen leichten Rückgang – auch in Teilen des internationalen Geschäfts, wo die Nuss-Klasse einen wesentlich größeren Anteil am Umsatz ausmacht als im Heimatmarkt. Zugleich wuchs Ritter allerdings in wichtigen Märkten wie Russland, den USA, Italien und Dänemark. Im Auslandsgeschäft bewegte sich der Umsatz dadurch auf dem Vorjahresniveau und machte 36 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Unter dem Strich konnte Ritter seine Marktposition halten, weshalb Ronken ein positives Fazit zieht: „Die Verbraucher honorieren unsere kompromisslose Qualitätsphilosophie.“ Für 2017 treibt Ritter deshalb das nächste Projekt voran:  Die vollständige Umstellung auf nachhaltigen Kakao. Schon 2011 hatte das Unternehmen brachliegende Weideflächen gekauft, 2020 könnte es eine Vollernte auf der 1.500 Hektar großen Nutzfläche geben.

Bis zu 40 Prozent des Ritter-Sport-Bedarfs an Kakao könnten so durch den Eigenanbau gedeckt werden. Zudem schloss Ritter einen Vertrag mit Fairtrade ab, demzufolge das Unternehmen in den nächsten drei Jahren bis zu 20 Prozent des benötigten Kakaos über Fairtrade beziehen wird.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.01.2017, 17:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

27.01.2017, 11:17 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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