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28.02.2017

17:02 Uhr

Rohstoffe

Goldnachfrage für Schmuck zurückgegangen

Weniger Nachfrage für Schmuck in der Industrie und doch ein höherer Preis: Der Goldmarkt ist in ständiger Bewegung. Zunehmende Bedeutung bekommen der Fachvereinigung Edelmetalle zufolge Recycling und Herkunft des Goldes.

Zwar sei die Nachfrage nach Goldschmuck in China zurückgegangen, in Deutschland sei sie aber stabil geblieben. dpa

Goldschmuck

Zwar sei die Nachfrage nach Goldschmuck in China zurückgegangen, in Deutschland sei sie aber stabil geblieben.

PforzheimDie weltweite Nachfrage nach Gold für die Schmuckproduktion ist nach Angaben der Fachvereinigung Edelmetalle im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zurückgegangen. Auslöser sei die Nachfrageschwäche in China mit einem Minus von mindestens 16 Prozent, sagte Dietmar Becker von der Fachvereinigung Edelmetalle am Dienstag in Pforzheim. In Deutschland sei der Markt jedoch stabil. Auch die Nachfrage aus der Industrie, zum Beispiel für Katalysatoren oder elektronische Bauteile, habe um rund sieben Prozent nachgelassen. Gleichzeitig sei der Goldpreis aber unter starken Schwankungen im Jahresverlauf um rund acht Prozent (in US-Dollar) gestiegen.

Industrie, und 30 Prozent des Goldes gehe in den Investmentbereich. An der weltweiten Goldversorgung von rund 4525 Tonnen im Jahr 2016 habe Recycling einen Anteil von etwa 1280 Tonnen. Der Recyclinganteil sei im Jahresvergleich um zehn Prozent gestiegen.

Eine positive Entwicklung sieht Becker bei Silber mit einer weltweiten Jahresproduktion von 33 400 Tonnen. Einem Rückgang bei der Nachfrage für Schmuck und Silberwaren stehe ein deutliches Plus bei industriellen Anwendungen wie Elektrotechnik, Photovoltaik oder Chemie gegenüber. Ähnlich sei die Entwicklung bei den Metallen der Platingruppe, zu denen auch Palladium oder Iridium gehören.

Die Fachvereinigung kritisiert, dass noch immer ein Teil des Elektronikschrotts illegal aus der EU nach Afrika oder Asien verschifft und dort ohne Rücksicht auf Menschen und Umwelt verarbeitet werde. „Wichtig wäre, dass Kontrollen durchgeführt werden, dass illegale Exporte unterbunden werden“, sagte Becker.

Wichtig sei auch, die Herkunft der Rohstoffe zu kontrollieren. Eine geplante EU-Verordnung zu diesem Thema lasse aber eine Lücke, kritisierte Wilfried Held von der Fachvereinigung, die 33 Unternehmen in Deutschland mit zusammen 7000 Mitarbeitern und rund 20 Milliarden Euro Jahresumsatz vertritt. So sollen kleine Importeure bis zu 100 Kilogramm Gold pro Jahr ohne Nachweis einführen dürfen. Es müsse aber ausgeschlossen werden, dass Gold zum Beispiel aus dem Kongo dazu diene, den dort seit Jahren andauernde Bürgerkrieg zu finanzieren.

Von

dpa

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