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20.10.2016

17:45 Uhr

Rossmann, dm, Müller

Verdrängungskampf im Drogeriemarkt

VonFlorian Kolf

Der Schlecker-Schock wirkt nicht mehr nach: Rossmann und dm eröffnen einen Markt nach dem anderen, das Ringen um Marktanteile wird immer härter. Nun befeuert auch Aldi den Preiskampf um Windeln, Zahnbürsten und Babybrei.

Der Kampf um den Kunden wird härter. dpa

dm-Filiale

Der Kampf um den Kunden wird härter.

DüsseldorfKaum wird ein Ladengeschäft in guter Innenstadtlage frei, sei es durch die Insolvenz von Strauss Innovation, sei es jetzt durch die Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann, bietet sich das gleiche Bild: Die Drogeriekette dm ist unter den ersten Interessenten für den Standort, selbst wenn sie wenige hundert Meter weiter bereits einen Markt hat. So befinden sich etwa an der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil und ihren Nebengassen fünf dm-Märkte - teilweise in Sichtweite.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen sein Filialnetz allein in Deutschland um weitere 81 auf jetzt 1825 Märkte ausgebaut. „Wir möchten für alle unsere Kunden gut und einfach erreichbar sein, sodass wir unser Filialnetz stetig ausbauen und optimieren“, erklärt Markus Trojansky, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Expansion.

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Mit dem gleichen Tempo expandiert Konkurrent Rossmann. Kürzlich hat er in Frankfurt den 2000. Markt in Deutschland eröffnet. Für dieses Jahr hat das Unternehmen 89 Millionen Euro an Investitionsvolumen bereitgestellt für 140 neue Märkte sowie die Modernisierung von bestehenden Läden. Am Ende des Jahres werden es dann voraussichtlich 2131 Geschäfte sein.

Als der Drogerie-König Anton Schlecker 2012 Insolvenz anmeldete, erlebte die erfolgsverwöhnte Branche eine Zäsur. Der Unternehmer galt als mahnendes Beispiel dafür, wie ungebremstes Wachstum ins Desaster führt. 7000 Märkte hatte das Unternehmen, als es in die Pleite schlitterte, Zehntausende verloren durch die Schließungen ihren Job. Doch der Kater währte nicht lange, rasch war die Marktbereinigung Geschichte: Die Konkurrenten füllten die Lücken.

Der Kampf um Marktanteile eskaliert nun immer weiter. Die Kette dm steigert im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 den Umsatz in Deutschland um 6,6 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro. Damit konnte sie nach eigenen Angaben ihren Marktanteil unter den Drogeriehändlern von 51,7 auf 52,2 Prozent weiter ausbauen.

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