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17.03.2006

08:33 Uhr

Rote Zahlen

Edeka greift bei Marktkauf durch

VonGregory Lipinski

Deutschlands führender Lebensmittelhändler Edeka will seine Bielefelder Tochter AVA radikal umbauen. So will sich Edeka-Chef Alfons Frenk von großen Teilen des hoch defizitären Baumarktgeschäfts trennen. Denn das Geschäft in den Marktkauf-Baumärkten läuft schlecht.

Will sich von der Bielefelder Tochter AVA trennen: Edeka-Chef Alfons Frank.

Will sich von der Bielefelder Tochter AVA trennen: Edeka-Chef Alfons Frank.

HAMBURG. Deutschlands führender Lebensmittelhändler Edeka hat seiner Bielefelder Tochter AVA eine radikale Schlankheitskur verordnet, um die Gesellschaft wieder in die Gewinnzone zu steuern. So will sich Edeka-Chef Alfons Frenk von großen Teilen des hoch defizitären Baumarktgeschäfts trennen. „Wir sind derzeit mit mehreren Baumarktunternehmen im Gespräch“, sagt Frenk. Namen nannte er nicht.

Die Baumärkte haben 2005 einen „zweistelligen Millionenverlust“ verursacht und das Gesamtergebnis der AVA ins Minus gedrückt. „Wir haben 2005 bei der AVA einen kleinen Verlust gemacht“, erklärt Frenk. Damit ist der Bielefelder Handelsriese erstmals in seiner Unternehmensgeschichte in die roten Zahlen geraten. Der 58-jährige AVA-Chef Helmut Metje musste deshalb seinen Hut nehmen. Ein neuer Chef wird gesucht.

Der Verkauf des Baumarktgeschäfts ist nur ein Teil der Rosskur bei AVA. So sollen auch die Verwaltung, Logistik und Produktion deutlich gestrafft werden. „Wir können hier Stellenstreichungen nicht ausschließen“, sagte Frenk. Wie viele Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen sollen, ist hingegen noch unklar. Edeka will AVA in die Gruppe eingliedern und hatte die Gesellschaft erst vor kurzem von der Börse genommen. Mit der Integration sind große Teile der Verwaltung überflüssig. Am Firmensitz in Bielefeld arbeiten in der Verwaltung und Logistik mehr als 1 400 Mitarbeiter. AVA ist mit mehr als 29 000 Mitarbeitern eine der größten Tochterfirmen der Edeka-Gruppe.

Mit dem Umbau der AVA trimmt Frenk die Edeka-Gruppe stärker auf Gewinn. Danach soll das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) in diesem Jahr in der Gruppe um 30 bis 50 Prozent wachsen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005 erwartet der Lebensmittelhändler bei einem um 20,6 Prozent auf 38,06 Mrd. Euro erhöhten Umsatz ein Ebit in Höhe des Vorjahresniveaus von 480 Mill. Euro.

Zum Ertragswachstum 2006 trägt auch der Schenefelder Konkurrent Spar bei. „Die Restrukturierung der Gesellschaft ist abgeschlossen“, meint Frenk. Sie hätte der Edeka rund 100 Mill. Euro gekostet. Der Betrag sei aber bereits in 2005 komplett verdaut worden. Der Lebensmittelhändler hatte die angeschlagene Spar 2005 erworben, große Teile des Läden umgeflaggt und rund 1 500 der 2 800 Stellen gestrichen.

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