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19.11.2014

15:20 Uhr

Royal Mail

Britische Post fürchtet Amazons Paket-Pläne

Der größte Kunde der britischen Post heißt Amazon. Dass der Online-Händler künftig mehr Pakete selbst versenden will, stimmt die Royal Mail pessimistisch. Doch auch für andere Unternehmen wird das vieles ändern.

Die erst Ende letzten Jahres privatisierte Royal Mail schraubt die Erwartungen deutlich herunter. Schuld daran ist der Online-Händler Amazon. ap

Die erst Ende letzten Jahres privatisierte Royal Mail schraubt die Erwartungen deutlich herunter. Schuld daran ist der Online-Händler Amazon.

LondonDer Online-Händler Amazon will künftig mehr Pakete selbst versenden und verdirbt damit der britischen Post das Geschäft. Die Gewinnaussichten in den nächsten beiden Jahren würden sich deshalb auf dem britischen Paketmarkt mehr als halbieren, teilte die Royal Mail am Mittwoch mit.

Statt vier bis fünf Prozent Wachstum seien nur noch ein bis zwei Prozent zu erwarten. Amazon ist der größte Kunde der erst im Herbst vorigen Jahres privatisierten Post. Anleger reagierten verschnupft: Die Aktie brach um rund acht Prozent ein.

Bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2014/15 ging das operative Ergebnis um mehr als ein Fünftel zurück. „Wenn ein Online-Händler der Größe und des Formats von Amazon beschließt, ein eigenes Liefernetzwerk aufzubauen, ändert das für jeden den Markt“, sagte Royal-Mail-Chefin Moya Greene.

Wo Pakete am Wunschtermin kommen

Deutsche Post DHL

Die Deutsche Post will künftig allen Paketempfängern den Lieferzeitpunkt auf vier Stunden genau mitteilen. Kunden erhalten am Vortag der Zustellung eine E-Mail, in der das Zeitfenster genannt wird. Dafür gibt der Absender des Pakets, zum Beispiel ein Onlineshop die E-Mail-Adresse des Empfängers an DHL weiter. Über das Portal Paket.de können Empfänger auch Wunschtag und Wunschort für die Lieferung festlegen, müssen sich hierfür allerdings registrieren. DHL bietet Versendern außerdem kostenpflichtig an, Pakete per Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit zu liefern. Bei den Selbstbedienungs-Packstationen des Konzerns können Kunden rund um die Uhr ihre Lieferungen abholen.

GLS

Der Paketlieferant kann den Zustellzeitpunkt für Empfänger zwischen einer und vier Stunden eingrenzen - je nachdem, wie dicht besiedelt das Liefergebiet ist. Meist kann das Unternehmen nach eigenen Angaben den Liefertermin auf zwei Stunden genau vorhersagen. Das Angebot ist für den Versender kostenfrei. Kann ein Paket weder dem Empfänger direkt zugestellt, noch einem Nachbarn übergeben werden, geht es zur Abholung durch den Kunden in einen Paketshop.

DPD

DPD bietet Versendern die kostenpflichtige Möglichkeit, ein Zeitfenster für Paketlieferungen festzulegen. Dieses Zeitfenster beläuft sich nach Angaben des Unternehmens „auf bis zu drei Stunden“, soll aber künftig nur noch 30 Minuten betragen. Empfänger werden am Zustelltag per SMS oder E-Mail über den erwartbaren Zustellzeitpunkt informiert. Alternativ bietet DPD Empfängern an, sich Pakete in einen DPD-Paketshop in der Nähe schicken zu lassen anstatt an die eigene Adresse.

UPS

Der Paketdienst UPS nennt Empfängern bei Standardsendungen kein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung. Die Zustellung erfolgt demnach "üblicherweise zwischen 09.00 und 17.00 Uhr (und manchmal später) an Privathaushalte". Bis zu drei Zustellversuche würden unternommen, Wochenenden und Feiertage sind bei der Zustellung ausgeschlossen. Als Service können Versender die Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit hinzu buchen, wie etwa vor 09.00 Uhr oder vor 10.30 Uhr, ebenso wie teils auch die Samstagszustellung.

Hermes

Der Zustelldienst des Versandhändlers Otto will Empfängern ab kommendem Jahr auf ein bis zwei Stunden genau mitteilen, wann sie beliefert werden. Auch will das Unternehmen künftig verstärkt nach Feierabend liefern, wie Hermes-Chef Hanjo Schneider dem "Handelsblatt" im Februar sagte. Bislang liefert Hermes nach eigenen Angaben von montags bis samstags zwischen acht und 20.00 Uhr. Ein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung ist nach Firmenangaben bislang nicht möglich. Auch Hermes leitet Sendungen auf Wunsch der Empfänger in Paketshops weiter.

Neben Amazon habe sich der Wettbewerb auch durch den Ausbau der Kapazitäten anderer Paketdienste verschärft. Angesichts der abnehmenden Bedeutung des Briefgeschäfts, machen Paket-Lieferungen inzwischen etwa die Hälfte des Umsatzes der Briten aus.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.11.2014, 17:38 Uhr

Seehofer ist weit gekommen - erst in China konnte er aufgehalten werden.

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