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06.08.2012

17:32 Uhr

Rückkauf

Firmengründer will Best Buy übernehmen

Die Konkurrenz aus dem Internet hat den US-Elektronikhändler in Schwierigkeiten gebracht. Darum will nun der Gründer selbst wieder das Ruder übernehmen - und bietet einen Kaufpreis von mehr als acht Milliarden Dollar.

Best-Buy-Gründer Richard Schulze will den Elektronikhändler zurückkaufen. dapd

Best-Buy-Gründer Richard Schulze will den Elektronikhändler zurückkaufen.

Der Gründer der US-amerikanischen Elektromarkt-Kette Best Buy will sie für einen Milliardenbetrag kaufen und von der Börse nehmen. Er sei überzeugt, das so der dringend notwendige Wandel am besten umgesetzt werden könne, erklärte der 71-jährige Richard Schulze am Montag. Der Gründer ist zu einem stolzen Aufpreis von bis zu 47 Prozent bereit. Er ist bereits größter Best-Buy-Aktionär mit einem Anteil von 20,1 Prozent.

Insgesamt wird Best Buy bei dem Angebot mit bis zu 8,8 Milliarden Dollar bewertet. Schulze bietet 24 bis 26 Dollar je Aktie, das Papier schoss im frühen New Yorker Handel am Montag zeitweise um gut 13 Prozent auf rund 20 Dollar hoch. Noch im März hatte sie über 27 Dollar gekostet.

Best Buy macht wie auch anderen Unternehmen der Branche die Konkurrenz durch den Online-Handel zu schaffen. Das Unternehmen m musste einen Sparkurs einschlagen und Läden schließen. Zuletzt brach in dem Anfang Mai abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal der Gewinn um ein Viertel auf 158 Millionen Dollar ein. Der Umsatz verbesserte sich um zwei Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar.

Schulze hatte die Firma 1966 noch unter dem Namen Sound of Music gegründet. Im Jahr 1983 machte er den ersten Laden der Marke Best Buy auf. Bis 2002 war er Konzernchef und hielt bis Juni dieses Jahres noch den Vorsitz im Verwaltungsrat.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Eine stille Einigung mit dem aktuellen Management hinter den Kulissen wäre ihm lieber gewesen, räumte Schulze ein. Nachdem jedoch seine Bitten nach Einblick in die Firmenzahlen in den vergangenen Wochen unbeantwortet geblieben seien, habe er sich zu dem öffentlichen Angebot entschlossen. Eine Milliarde Dollar will er demnach selbst einbringen, der Rest soll von Finanzinvestoren und aus Krediten kommen. Sein Finanzberater Credit Suisse sei sehr zuversichtlich, dass er die Finanzierung zusammenbekommen werde.

Best Buy wies die Aktionäre in einer kurzen Reaktion lediglich darauf hin, dass die „uneingeforderte Interessenbekundung“ an viele Bedingung gebunden sei.

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