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17.10.2013

09:23 Uhr

Rumpfgeschäftsjahr

Metro schleppt sich zum Umsatzziel

Nicht vorwärts, aber auch nicht rückwärts: Der Handelskonzern Metro ist im abgeschlossenen Geschäftsjahr moderat, aber innerhalb der Erwartungen gewachsen. Die Hoffnungen ruhen traditionell auf dem Weihnachtsgeschäft.

Seine Maßnahmen greifen: Metro-Chef Olaf Koch hat den Konzern zurück in die Wachstumszone geführt. dpa

Seine Maßnahmen greifen: Metro-Chef Olaf Koch hat den Konzern zurück in die Wachstumszone geführt.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro blickt angesichts anziehender Geschäfte im deutschen Heimatmarkt optimistisch auf das wichtige Weihnachtsgeschäft. „Wir gehen gestärkt und mit großer Zuversicht in das anstehende Weihnachtsgeschäft“, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Donnerstag. Koch hatte zuvor für das abgelaufene Rumpfgeschäftsjahr 2013 indes einen leichten Umsatzrückgang vermelden müssen. Der Konzern, zu dem auch der Elektronikhändler Media-Saturn, der Warenhausriese Kaufhof und die Real-Supermärkte gehören, habe nach vorläufigen Zahlen von Januar bis September einen Umsatz von 46,3 (Vorjahr: 47,4) Milliarden Euro eingefahren - Grund für das Minus sei auch die Krise in Südeuropa. Anleger reagierten enttäuscht: Im vorbörslichen Handel verloren die Metro-Aktien 2,5 Prozent.

Koch sieht aber Zeichen der Besserung: Im dritten Quartal habe Metro im wichtigen deutschen Heimatmarkt zulegen können, betonte er. Seine Prognose für das Rumpfgeschäftsjahr 2013, nach der der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren leicht über dem Vorjahreswert von 706 Millionen Euro liegen soll, bekräftigte der Metro-Chef.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Koch will den Konzern wieder auf Wachstum trimmen, vor allem im deutschen Heimatmarkt hatte Metro in der Vergangenheit bei seinen Großmärkten Probleme. Die Cash&Carry-Märkte hätten im dritten Quartal in der Bundesrepublik zugelegt, teilte Metro weiter mit. Auch das langjährige Sorgenkind Media-Saturn konnte im Heimatmarkt flächenbereinigt einen Umsatzanstieg von 3,1 Prozent verbuchen. Das in der Vergangenheit vernachlässigte Online-Geschäft legte dabei zu - die Umsätze durch Verkäufe über das Internet seien um 70 Prozent in die Höhe geschossen. Insgesamt lagen die Umsätze im Quartal bei 15,5 (15,9) Milliarden Euro, bereinigt um Verkäufe und Wechselkurseffekte legten sie indes um 1,8 Prozent zu. Nun kann Koch das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2013/14 mit dem für den Konzern wichtigen Weihnachtsgeschäft angehen - Metro fährt hier traditionell den Löwenanteil seiner Gewinne ein.

Im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr setzte Koch aber auch auf Immobilienverkäufe, um die Kassen zu füllen. So trennte sich der Konzern von den Immobilien von Großmärkten in Frankreich. Und auch das Rumänien-Geschäft der Supermarktkette Real veräußerte Koch, zuvor waren bereits andere Real-Märkte in Osteuropa verkauft worden. Das machte sich auch bei den Umsatzzahlen bemerkbar: Die Erlöse bei Real gingen in den ersten neun Monaten 2013 um 8,3 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zurück. Bei der Warenhaustochter Kaufhof, die Koch nicht auf Dauer unter dem Dach der Metro behalten will, legten die Umsätze flächenbereinigt zu. Koch hatte Kaufhof zuletzt eine Wertsteigerung bescheinigt. Die Turbulenzen beim Konkurrenten Karstadt hatten in den vergangenen Wochen Spekulationen um eine Warenhausfusion in Deutschland wieder aufleben lassen. Detaillierte Zahlen für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 will Koch am 12. Dezember vorlegen.

Koch hat den Vorstandsvorsitz des Handelskonzerns Anfang 2012 übernommen. Seither ist Koch als Hardliner aufgetreten, restrukturierte die Warenkette Real, kürzte die Aktiendividende, baute die Vorstände der Konzerntöchter um und übernahm bei den Metro-Großmärkten gleich selbst das Ruder. Zuletzt stellte er ein weiteres Sparprogramm in Aussicht. Zudem stellte Koch noch in der vergangenen Woche die Kaufhauskette Kaufhof ins Schaufenster.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.10.2013, 09:17 Uhr

Der Mann hat an allen Ecken versagt. Letztes Jahr bließ er noch zum Angriff, da sein toller Laden aus dem Index geworfen wurde. Davon ist heute keine Rede mehr. Der will nicht noch tiefer fallen. Ein haarloses Tigerchen.

Account gelöscht!

17.10.2013, 09:31 Uhr

Der verscherbelt das Tafelsilber um noch über die Wasserkante zu schauen. Richtig: im vorletzten September wollte der Kahlkopf kämpfen, um im Index zu bleiben. Schwachmat.

jean

18.10.2013, 13:20 Uhr

bisher haben ALLE Metro Manager nur versagt, sonst hätte sich die Metro nicht von so vielen Geschäften getrennet. Als es der Metro noch gut ging, haben diese Versager mit beiden Händen das geld nur rausgeschmiessen und zig Miliarden in Asien, zum Beispiel, investiert. Das hat den noch gar nichts gebracht, minimales Profit: die hätten schon damals den Schuldenberg, über 3 Miliarden, den sie hatten, abbauen sollen und nicht in China, Vietnam, Japan, Pakistan & Indien investiert.Das sie jetzt in MDAX sind, ist es gut so, von den Fehlern werden sie bestimmt nicht lernen.
Ah, Weihnachtsgeschäft? Muss ich lächeln, denn hoffentlich wird Koch nicht wie sein Vorgänger, Cordes, sagen, dass das wetter schuld ist am schlechten Geschäft

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