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06.10.2017

15:36 Uhr

Run auf Tickets bei Lufthansa und Co.

Jumbo auf der Kurzstrecke – die Luftfahrt boomt

VonJens Koenen

Fluggesellschaften erleben ein unerwartetes Hoch. Die Ticket-Nachfrage ist zuletzt stärker gewachsen als das Angebot. Die Lufthansa setzt sogar eine Boeing 747 innerhalb von Deutschland ein. Doch wie lange hält der Boom an?

Zurzeit wird die Nachfrage nach Flugtickets Richtung Berlin von einem besonderen Faktor getrieben: der Pleite von Air Berlin, von der Rivalen profitieren. dpa

Lufthansa-Ticket

Zurzeit wird die Nachfrage nach Flugtickets Richtung Berlin von einem besonderen Faktor getrieben: der Pleite von Air Berlin, von der Rivalen profitieren.

FrankfurtMit dem Jumbo von Frankfurt nach Berlin? Was Lufthansa da im November plant, klingt zunächst unglaublich. Auf mehr als 60 Flügen zwischen Frankfurt und Berlin-Tegel will der Konzern ab dem 1. November eine Boeing 747-400 einsetzen – ein Flugzeug, das dezidiert für die Langstrecke entwickelt und gebaut wurde.

67 Business-Class- und 304 Premium-Economy- beziehungsweise Economy-Passagiere werden in dem Flugzeug dann Platz finden. Lufthansa nennt „betriebliche Gründe“ für den Einsatz des Riesen-Jets. Sprich: Die Nachfrage nach Tickets auf der Rennstrecke ist derzeit so stark, dass nur noch größeres Fluggerät die erforderliche Zusatzkapazität schaffen kann. Denn schon jetzt fliegt die „Hansa“ die Verbindung im Stundentakt – mehr ist kaum möglich.

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Weltweit nehmen die Fluggesellschaften immer mehr Geld mit Dienstleistungen jenseits des Tickets ein. Traditionelle Anbieter wie die Lufthansa holen gegenüber Billig-Airlines auf. Was den Fluggästen noch bevorsteht.

Ob der Plan wirtschaftlich aufgeht, ist offen. Mit seinen vier Triebwerken braucht der Jumbo alleine zum Abheben ordentlich Kerosin. Das rechnet sich in der Regel erst bei längeren Flügen. Für die Strecke Berlin-Frankfurt sind aber lediglich knapp eine Stunde Flugzeit angesetzt. Kaum in der Luft, kann der Jumbo also schon wieder zum Landeanflug ansetzen. Zudem ist die Frage, wie schnell eine 747 am chronisch überlasteten Berliner Flughafen gefüllt werden kann.

In Tegel finden anders als an anderen Flughäfen die Sicherheitskontrollen direkt am Gate statt. Regelmäßig bilden sich hier lange Schlangen. Die dürften bei der 747 nun noch länger werden.

Andererseits dürfte die Maschine deutlich leichter als sonst sein, denn es muss weniger Treibstoff getankt werden und auch das Gepäck sowie das Catering wird auf der Kurzstrecke weniger Gewicht beanspruchen. Das wiederum senkt die Kosten.

Feststeht, dass es der Lufthansa nicht schwerfallen dürfte, das Flugzeug ausreichend zu füllen. Denn die Passagiere rennen den Airlines gerade weltweit die Bude ein. Nach Berechnungen des Weltluftfahrtverbandes IATA ist die Nachfrage im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,2 Prozent gestiegen. Das Angebot der weltweiten Airlines legte hingegen nur um 6,3 Prozent zu.
Besonders stark zeigt sich der Boom im Raum Asien-Pazifik.

Kommentare (2)

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Sergio Puntila

06.10.2017, 16:31 Uhr

Ausverkauf bei LH?
why?
Nachdem Spohr die Truppe auf low cost getrimmt hat wird er künftig dafür sorgen, dass der shareholder vor Freude in die Luft springen wird.

Freunde: das Fliegen wird einfach teurer.

Und die Spohr Truppe kann es sich erlauben mit Jumbos low inland destinations anzufliegen, nun wo "Turbine 13" und andere Kaputt-Operateure Spohr nach allen Kräften geholfen haben, damit LH bleibt was es ist: ein Low Cost Flieger, der seinen Kunden auf dicke Welt was vormacht.

Künftig gar mit Absegnung des Bundeskartellamts...

Herr Toni Ebert

06.10.2017, 17:20 Uhr

Der Boom wird so lange anhalten, wie Mr. Trump Präsident ist. Ich frage mich oft, warum diese Frag überhaupt noch gestellt wird?

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