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08.09.2011

19:07 Uhr

Russischer Oligarch erwirbt Sperrminorität

Dawei, dawei Tui

Der russische Investor Alexej Mordaschow hat seinen Anteil am Reisekonzern Tui weiter aufgestockt. Seine S-Group Travel Holding hält inzwischen 25,06 Prozent - und besitzt somit eine Sperrminorität am Unternehmen.

Einen Reiseprospekt sieht sich eine junge Frau vor dem Logo der Tui AG. dpa

Einen Reiseprospekt sieht sich eine junge Frau vor dem Logo der Tui AG.

Frankfurt/HannoverDer russische Milliardär Alexej Mordaschow baut seinen Einfluss beim deutschen Reisekonzern Tui entscheidend aus. Sein Anteil liegt nun bei gut einem Viertel, so dass der Russe wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung blockieren kann. „Die Erhöhung unserer Anteile zeigt unser starkes strategisches Interesse an der Tui AG“, sagte der Milliardär laut Mitteilung vom Donnerstag. „Wir sind von dem langfristigen Erfolg des Unternehmens überzeugt.“ 

Die Tui-Aktie reagierte kaum auf die Nachrichten. Nachdem sie am frühen Nachmittag, vor der Bekanntgabe mit gut neun Prozent im Plus gelegen hatte, betrug der Zuwachs nach den Nachrichten aus Russland zuletzt nur noch 2,57 Prozent auf 4,235 Euro. Der M-Dax legte dagegen allerdings nur um rund 0,5 Prozent zu.  

Bereits im vergangenen Jahr hatte Mordaschow angekündigt, seine Beteiligung an Europas größtem Reiseveranstalter auf eine Sperrminorität von 25 bis 30 Prozent aufzustocken. Nachdem er bereits in den vergangenen Jahren im großen Stil Tui-Aktien gekauft hatte, nutzte er nun die günstigen Einstiegskurse an der Börse, um seinen Anteil auszubauen. Die Tui-Aktie war mit dem Absturz der Märkte in den vergangenen Wochen auf den tiefsten Stand seit Mitte 2009 gefallen. 

Exakt steigerte der Russe seinen Anteil seit Ende Januar von 20,45 auf jetzt 25,06 Prozent. Für die kommenden Monate will er den Angaben zufolge weiter zukaufen. 

Mordaschow, der als Mehrheitseigentümer auch den russischen Stahlkonzern Severstal führt, will zusammen mit Tui-Chef Michael Frenzel den russischen Markt für Reiseveranstalter erobern. Die Russen gelten als reisefreudig und bereit, viel Geld für ihren Urlaub auszugeben. 

Die Tui-Veranstaltertochter Tui Travel und Mordaschows S-Group waren 2009 mit einem Gemeinschaftsunternehmen in Russland an den Start gegangen. Anfang vergangenen Jahres wurde in Russland die neue Dachmarke Tui Russia eingeführt. 

Tui selbst hatte in den vergangenen Monaten unter den Unruhen in Nordafrika und Nahost zu leiden. Hinzu kamen der Verlust der Container-Reederei Hapag-Lloyd, an der der Konzern immer noch gut 38 Prozent der Anteile hält. Zwischen April und Juni fuhr Tui unter dem Strich deshalb einen Verlust von 41 Millionen Euro ein. Für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende September peilt der Konzern dennoch ein positives Konzernergebnis an.

Von

rtr

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