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10.02.2016

16:54 Uhr

Russland, Ölkrise und die Superreichen

Luxus – jetzt erst recht!

Die seit Jahren andauernde Wirtschaftskrise trifft viele Russen hart. Trotzdem machen westliche Hersteller von Luxusgütern dort glänzende Geschäfte. Denn die Superreichen schlagen zu – bei Autos, Uhren, Schmuck und Mode.

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst in Russland weiter. Reuters

Autohändler nahe Moskau

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst in Russland weiter.

MoskauDie Rezession geht ins zweite Jahr, und die meisten Russen schnallen den Gürtel enger. Nicht Jaroslaw Gafurow. Der 25-jährigen Moskauer ist überzeugt, dass jetzt der ideale Zeitpunkt ist, um sich mit seinen Lieblingsspielzeug einzudecken: Premiumautos und teuren Uhren.

Im vergangenen Jahr gab Gafurow umgerechnet etwa eine Million Dollar für neue Autos aus. Er schnappte sich einen 250.000 Dollar teuren Rolls-Royce, zwei Bentleys, von denen einer noch nicht geliefert wurde, sowie die Spitzenmodelle von Mercedes und BMW. Weitere 70.000 Euro gingen für Uhren drauf, sagt er.

Cartier, Piaget und Parmigiani: Stahlharte Zeiten für Luxusuhren

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Stahlharte Zeiten für Luxusuhren

Die goldene Epoche ist erst einmal vorbei, wie die Uhrenmesse in Genf zeigt. Durch die Krisen in Saudi Arabien, Russland und China kommen harte Zeiten auf die Branche zu. Als Material der Stunde gilt deshalb Stahl.

„Die Krise hat meinen täglichen Konsum oder mein Ferienverhalten überhaupt nicht verändert“, sagt Gafurow. Seine Kanzlei für Unternehmensrecht floriere, da die Wirtschaftskrise für die russischen Unternehmen immer schmerzhafter werde.

Kunden wie Gafurow, die ihren Reichtum gern zur Schau stellen, haben einigen Luxusmarken 2015 zu den besten Ergebnissen verholfen, die sie je erzielt haben. Der gesamte Einzelhandelsumsatz fiel dagegen um zehn Prozent. Etwa die Hälfte der Russen können sich außer Lebensmitteln und anderen Gütern des Grundbedarfs kaum noch etwas leisten, ergaben nationale Umfragen.

Einige der globalen Luxusmarken setzen darauf, dass sich der Trend fortsetzen wird, und eröffnen neue Ladengeschäfte in der russischen Hauptstadt. Im GUM, dem schmucken Warenhaus am Roten Platz gegenüber dem Kreml, machten im vergangenen Jahr Boutiquen von Bulgari und Jimmy Choo auf. Hermes verdoppelte seine Verkaufsfläche, wie eine GUM-Sprecherin mitteilt.

„Die Umsätze steigen – nicht nur in Rubel gemessen, sondern auch in harter Währung“, sagt Alexander Pawlow, Vizepräsident von Mercury, Russlands größtem Luxuseinzelhändler und Betreiber des edlen Moskauer Luxuskaufhauses Tsum. Einige vermögende Käufer reisen laut Fashion Consulting Group von Moskau seltener nach Westeuropa und geben stattdessen mehr Geld im Inland aus.

Prada berichtete, die Verkäufe in Russland hätten im vergangenen Jahr ein „beträchtliches Wachstum“ verzeichnet. Russland war der stärkste Markt auf dem europäischen Kontinent für Rolls-Royce, berichtete das Unternehmen.

Kommentare (16)

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Herr Alex Lehmann

10.02.2016, 17:05 Uhr

Bei "Wir zusammen" ist ne Liste von Unternehmen, die man zukünftig meiden kann! Adidas? Ich kauf kein Schuh und Sportartikel mehr von denen, best negativ Marketing ever!

Account gelöscht!

10.02.2016, 17:27 Uhr

Habe ich auch gerade entdeckt. Die Liste des Grauens. Nie wieder Lufthansa! Mit den anderen Drecksfirmen hatte ich sowieso noch nie zu tun.

Herr Helmut Metz

10.02.2016, 18:14 Uhr

Meine Beobachtung in den letzten Wochen (und glauben Sie mir, ich bin ein guter Beobachter): die Kommentarfunktion beim HB wird nur noch bei Artikeln geöffnet, "wo nicht viel anbrennen kann".
Die unsägliche Lobhudelei heute gegenüber dem unfähigen Bundespräsi z.B. findet sich dagegen im Premiumbereich.
Ich habe schon einmal geschrieben, dass es eigentlich taktisch unklug ist, den Lesern die Möglichkeit zu nehmen, Dampf abzulassen (da die Leute ja irrsinnigerweise der Auffassung sind, sie könnten beispielsweise mit Leserkommentaren tatsächlich etwas bewirken).
Was passiert nun logischerweise, wenn in einem Kessel kein Dampf mehr abgelassen wird? Richtig, der Druck steigt, bis der Kessel in die Luft fliegt...

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