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28.02.2017

12:30 Uhr

Ryanair baut aus

O'Leary legt in Frankfurt nach

VonJens Koenen

Ende März starten die ersten Ryanair-Flüge in Frankfurt. Doch Airline-Chef Michael O'Leary hat am Heimatflughafen des Rivalen Lufthansa noch viel mehr vor: Zum Oktober rüstet der Billigflieger erst richtig auf.

Frankfurter Flughafen

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FrankfurtAls Ryanair im vergangenen Herbst den Start am größten deutschen Drehkreuz bekannt gab, überließ Unternehmenschef Michael O’Leary den Auftritt noch seinen Vorstandskollegen. Am Dienstag nun reiste er persönlich nach Frankfurt – und legte ordentlich nach. Der irische Anbieter wird ab dem kommenden Winterflugplan – also ab Oktober – mit sieben Flugzeugen in Frankfurt stationiert sein. Geplant sind 20 neue Strecken für 2,3 Millionen Passagiere.

„Einige Verbindungen gibt es hier bereits, andere nicht – die werden dafür sorgen, die Ticketpreise deutlich zu senken“, sagte O’Leary: „Unser Durchschnittspreis für Tickets betrug im vergangenen Jahr 46 Euro und wird in diesem Jahr auf voraussichtlich auf 40 Euro fallen.“

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Die Expansion der Billigflieger geht ungebremst weiter. Die letzten Flughäfen, an denen es bislang kaum Angebote gab, werden jetzt erobert. Und auch Schnäppchenflüge über den Atlantik könnten sehr bald Realität werden.

Die nach Passagierzahlen größte europäische Airline wird damit ihr Angebot am Heimatflughafen der Lufthansa deutlich ausbauen. Ab März stationieren die Iren zunächst zwei Flugzeuge in Frankfurt, im Winter kommen fünf dazu. O’Leary spricht von einer Investition von 700 Millionen Dollar. Zu den bereits ab Sommer angeflogenen touristischen Zielen wie etwa Mallorca werden im Herbst Ziele wie Madrid, Toulouse oder Venedig kommen.

„Ich kann mir vorstellen, hier in Frankfurt bis zu 20 Flugzeuge zu stationieren, mehr werden wir hier nicht machen“, sagte O’Leary. Ryanair sei gemessen an der Gesamtkapazität des Frankfurter Flughafens zwar ein kleiner Anbieter und werde das auch bleiben. „Aber es ist wichtig, dass Ryanair hier ist, um das Lowcost-Segment in Frankfurt attraktiv zu machen“, sagte O’Leary.

Ryanair will seine Präsenz in Deutschland massiv ausbauen. Billig-Fluggesellschaften kommen hierzulande auf einen Marktanteil von rund fünf Prozent, in Großbritannien sind es dagegen 20 Prozent. Hinzu kommt: Weil der Ausstieg der Briten aus der EU die Verkehrsrechte der Airlines auf der Insel durcheinander wirbelt, müssen Fluggesellschaften wie Ryanair nach alternativen Wachstumsmöglichkeiten suchen. Immerhin plant die Airline laut O’Leary die Zahl der Passagiere von 106 Millionen im vergangenen Jahr auf 200 Millionen in acht Jahren zu steigern.

So überlegt Ryanair derzeit, die innerbritischen Verbindungen aufzugeben. Stattdessen könnten alleine zehn der 50 neuen Flugzeuge, die die Airline jährlich bekommt, in Deutschland stationiert werden, hatte O’Leary kürzlich der „Wirtschaftswoche“ erklärt.

Auf der anderen Seite wirbt der Flughafenbetreiber Fraport zurzeit massiv um Lowcost-Airlines. Fraport-Chef Stefan Schulte muss seinerseits das Wachstum absichern, nachdem die etablierten Fluggesellschaften wie Lufthansa eher auf der Bremse stehen. „Viele deutsche Airports haben realisiert, dass sie uns brauchen“, sagte O’Leary.

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