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22.01.2010

12:02 Uhr

Ryanair

Preiserhöhung beim Billigflieger

VonKatharina Slodczyk

Ryanair schlägt neuen Kurs ein: Tickets für Flüge ab Dublin könnten bis zu zehn Prozent teurer werden - der Preis der anderen Tickets soll aber weitgehend konstant bleiben. Das Ziel: Gewinnsteigerung und mehr Geld für die Aktionäre. Konkurrent Easyjet ist es erst vor kurzem gelungen Umsätze und Passagierzahlen zu steigern.

Keine Fluggesellschaft befördert im innereuropäischen Verkehr mehr Passagiere als Ryanair. dpa

Keine Fluggesellschaft befördert im innereuropäischen Verkehr mehr Passagiere als Ryanair.

LONDON. Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair hat offenbar ihre Möglichkeiten ausgereizt, Fliegen noch günstiger zu machen. Die durchschnittlichen Ticketpreise in Kontinentaleuropa würde in den nächsten zwölf Monaten in etwa konstant bleiben, sagte Ryanair-Chef Michael O?Leary gestern und kündigte gleichzeitig an: Flüge ab Dublin könnten um bis zu zehn Prozent teurer werden.

Er begründete dies mit höheren Flughafengebühren in Dublin. Für Ryanair wäre dies die erste Anhebung der Ticketpreise seit 2007.

Im Schnitt kostet ein Flug bei Ryanair pro Strecke 32 Euro und liegt nach Angaben der irischen Billigfluglinie deutlich unter dem Durchschnittspreis des Konkurrenten Easyjet von 66 Euro. Inzwischen befördert keine Fluggesellschaft im innereuropäischen Verkehr mehr Passagiere als Ryanair. Doch zuletzt haben vor allem sinkende Preise für weiter steigende Passagierzahlen gesorgt. Dies konnte Ryanair aber nicht in Umsatzzuwächse umwandeln. Diese Strategie will das Unternehmen nicht mehr fortsetzen und sich künftig stärker darauf konzentrieren, seinen Gewinn zu steigern und Geld an die Anteilseigner auszuschütten, kündigte O?Leary bereits Ende vergangenen Jahres an.

Dem Konkurrenten Easyjet ist es zuletzt bereits gelungen, Umsätze und Passagierzahlen gleichzeitig zu steigern. Im abgelaufenen Quartal erhöhte sich die Zahl der Fluggäste um gut neun Prozent auf elf Mio. Die Umsätze legten um mehr als zehn Prozent auf 607,5 Mio. Pfund (rund 700 Mio. Euro) zu, teilte das Unternehmen gestern mit. "Wir sind zudem auf dem Weg, unsere Gewinne nachhaltig zu verbessern", sagte Easyjet-Chef Andy Harrison. Und das trotz der hohen Kosten, die wegen des strengen Winters durch Flugausfälle anfielen.

Der Aktienkurs reagierte im Tagesverlauf mit einem Plus von 4,6 Prozent. Trotz der Verbesserungen äußerte sich Harrison skeptisch über die Zukunftsaussichten der Branche: "Die wirtschaftlichen Bedingungen bleiben schwierig." Auch der Luftfahrtverband IATA geht davon aus, dass die Fluglinien erneut Verluste einfahren werden. IATA prognostiziert weltweit ein Minus von 5,6 Mrd. Dollar. Im Vorjahr lagen die Verluste wegen der Krise bei elf Mrd. Dollar. Easyjet und Ryanair sind vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Ein Grund: Viele Firmenkunden liefen von den etablierten zu den günstigeren Anbietern über.

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