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06.09.2012

08:07 Uhr

Ryanair

Sparen als Dauerbrenner

Ryanair-Chef O'Leary ist ein echter Pfenningfuchser. Bei seiner Fluglinie geht es vor allem ums Geld - hauptsächlich darum es möglichst effizient einzusparen. Vor allem beim Personal wird geknausert.

Ryanair-CEO Michael O'Leary bei einer Präsentation. AFP

Ryanair-CEO Michael O'Leary bei einer Präsentation.

Tanja Wielgoß, Luftfahrtexpertin der Unternehmensberatung A.T. Kearney, bringt die Sache auf den Punkt. "Warum kennen wir nur Sparprogramme der etablierten Airlines, aber keines von Ryanair?" fragte sie vor gut einer Woche bei einer Podiumsdiskussion des Travel Industry Clubs in Frankfurt. Ihre Antwort: weil bei Ryanair das Sparen Teil des Geschäftsmodells ist.

Auch wenn Ryanair und Lufthansa in der gleichen Branche arbeiten, könnten die beiden Unternehmen kaum unterschiedlicher sein. Ryanair-Chef Michael O'Leary achtet vor allem auf eines: die Kosten. Die Flugzeuge sind ständig in der Luft, denn nur dort verdienen sie Geld. Und das Personal wird alles andere als üppig bezahlt. Ein Pilot im Rang eines Kapitäns kann je nach Berufserfahrung rund 70 000 Euro verdienen. Bei Lufthansa sind es zwischen 110 000 und 250 000 Euro.

Ein Flugbegleiter bekommt bei der irischen Airline bis zu 30 000 Euro, bei der Kranich-Airline sind es bis zu 40 000 Euro. Allerdings fliegt Ryanair nur Kurz- und Mittelstrecken, während Lufthansa viele Langstrecken bedient, dafür dann mehr Zulagen zahlt. Der radikale Sparkurs ist in der Bilanz abzulesen. Ryanair gab im vergangenen Geschäftsjahr 415 Millionen Euro für das eigene Personal aus, das sind 9,6 Prozent des Umsatzes in Höhe von 4,3 Milliarden Euro.

Bei Lufthansa waren es 6,7 Milliarden Euro, satte 23,2 Prozent des Konzernumsatzes von 28,7 Milliarden Euro. Dieser Vergleich zeigt, wie sehr Lufthansa auf der Kurzstrecke unter Druck steht, die Kosten zu senken. Ob das gelingen wird, ist aber mehr denn je offen. Im aktuellen Tarifstreit mit den Flugbegleitern von Lufthansa zeichnete sich auch gestern keine Lösung ab. Heute wollen die Stewards und Stewardessen erneut streiken, diesmal länger als acht Stunden und an mehreren deutschen Flughäfen.

Von

jkn

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