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01.02.2016

09:30 Uhr

Ryanair und der Ölpreis

Preise im Keller, Maschinen voll – Billigflieger boomt

Der Ölpreisrutsch macht Ryanair die Kassen voll: Die Billig-Airline verdoppelt ihren Gewinn. Ryanair-Chef Michael O'Leary hebt das Passagierziel an – und verspricht weiter sinkende Ticketpreise.

Die günstigen Kerosinpreise machen es dem Billigflieger-König leicht. dpa

Ryanair-Chef Michael O'Leary

Die günstigen Kerosinpreise machen es dem Billigflieger-König leicht.

DublinEuropas größter Billigflieger Ryanair hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal dank niedriger Kerosinpreise mehr als verdoppelt. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stand unter dem Strich ein Überschuss von 103 Millionen Euro nach 49 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Easyjet-Konkurrent aus Irland am Montag in Dublin mitteilte.

Für das Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Ryanair-Chef Michael O'Leary nun mit noch mehr Fluggästen als zuletzt – und mit noch stärker fallenden Ticketpreisen. Die Ryanair-Aktien zogen daraufhin an und notierten in Dublin 1,5 Prozent im Plus. In einem Jahr haben die Papiere um 39 Prozent zugelegt.

Das sind die beliebtesten Billigflieger Deutschlands

10. Aer Lingus

Starts pro Woche: 69 (Veränderung zum Vorjahr: -2,8 Prozent)

Sitze: 11.616 (-6,0 Prozent)

Strecken: 7 (-12,5 Prozent)

9. Flybe

Starts: 74 (-3,9 Prozent)

Sitze: 6.210 (-3,5 Prozent)

Strecken: 8 (0,0 Prozent)

8. Norwegian

Starts: 89 (-2,2 Prozent)

Sitze: 16.516 (+ 0,5 Prozent)

Strecken: 27 (0,0 Prozent)

7. Intersky

Starts: 112 (+36,6 Prozent)

Sitze: 7.272 (+37,9 Prozent)

Strecken: 17 (+30,8 Prozent)

6. Vueling

Starts: 121 (+3,4 Prozent)

Sitze: 21.524 (+3,6 Prozent)

Strecken: 22 (+10,0 Prozent)

5. Wizz

Starts: 146 (+52,1 Prozent)

Sitze: 26.280 (+52,1 Prozent)

Strecken: 45 (80,0 Prozent)

4. Easyjet

Starts: 483 (+12,3 Prozent)

Sitze: 78.276 (+12,7 Prozent)

Strecken: 82 (+20,6 Prozent)

3. Ryanair

Starts: 630 (+12,1 Prozent)

Sitze: 119.070 (+12,2 Prozent)

Strecken: 169 (0,0 Prozent)

2. Germanwings

Starts: 2.174 (+11,6 Prozent)

Sitze: 290.356 (+16,0 Prozent)

Strecken: 310 (+7,3 Prozent)

1. Air Berlin

Starts: 2.212 (-2,2 Prozent)

Sitze: 329.606 (-5,6 Prozent)

Strecken: 134 (-2,9 Prozent)

Zahlen für Juli 2015. Quelle: DLR Low Cost Monitor 2/2015

Im Quartal bis Ende Dezember steigerte Ryanair die Zahl der Fluggäste um ein Fünftel auf 24,9 Millionen. Der Umsatz legte wegen gesunkener Ticketpreise weniger stark zu, nämlich um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Wegen der Anschläge in Paris im November und des scharfen Wettbewerbs hätten die Preise reduziert werden müssen, um die Maschinen zu füllen. Der durchschnittliche Flugpreis sei deswegen um im Schnitt ein Prozent gesunken.

Für die Monate Januar bis März erwartet O'Leary sogar 26 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Die Ticketpreise dürften dabei um 6 Prozent sinken – anderthalb Mal so stark wie bisher gedacht.

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Für das gesamte Geschäftsjahr peilt die Ryanair-Führung jetzt die Marke von 106 Millionen Fluggästen an. Erst im November hatte das Management die Latte von 104 auf 105 Millionen Passagiere angehoben. Der Jahresgewinn soll weiterhin das obere Ende der Spanne von 1,175 bis 1,225 Milliarden Euro erreichen.

Die Iren haben in den vergangenen Jahren ihre Strategie geändert: Die führende Billig-Airline, die seit Jahren mit plakativer Werbung und O'Learys frechen Sprüchen im Angriffsmodus gegen die etablierten Konkurrenten agiert, hatte nach einem ungewohnten Hänger im Jahr 2013 ihr Geschäftsmodell angepasst und eine Neuausrichtung eingeleitet. Ryanair führte eine Art Business Class ein, um sparsame Geschäftskunden zu gewinnen und strich viele der berüchtigten Sondergebühren.

Künftig will der Billigflieger deutlich stärker als bisher neben Regionalflughäfen auch sogenannte Primary Airports, große Flughäfen wie Berlin oder Hamburg, anfliegen. Die Airline, die für viele Kunden für „billig und gemein“ stand, will künftig als „billig und liebenswürdig› gelten – ein Konzept, das offensichtlich aufgeht, wie die jüngsten Ziffern nahelegen.

Kommentare (4)

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01.02.2016, 09:38 Uhr

Solange an der Sicherheit nicht gespart wird.
Ansonsten kann man nur immer wieder sagen....Kokurrenz belebt das Geschäft und ist in der Marktwirtschaft ein Garant für Wucherpreise und Monopolstellungen.
Die Lufthansatochter Eurowings wird sich anstrengen müssen...;)

Herr Günter Meyer

01.02.2016, 11:02 Uhr

An der Sicherheit wird so lange gespart bis der erste Flieger abstürzt. Ich werde nicht mit Ryanair fliegen.

Herr Marc Otto

01.02.2016, 11:16 Uhr

Stimmt genau

Keine Airline ist so pünktlich, schnell und sicher, wie Ryan Air. Weder Abstürze, noch bedrohliche Situationen hat es je gegeben, aber dafür erreichen 90% der Flüge ihr Ziel -- Pünktlich--

Naja, wer lieber interessant und riskant haben will, der sollte zu anderen Airlines gehen.

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