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11.02.2017

15:01 Uhr

Ryanair, Wizz Air, Norwegian

Die Billigflieger erobern die letzten Bastionen

Die Expansion der Billigflieger geht ungebremst weiter. Die letzten Flughäfen, an denen es bislang kaum Angebote gab, werden jetzt erobert. Und auch Schnäppchenflüge über den Atlantik könnten sehr bald Realität werden.

Ab März geht der Billigflieger am Drehkreuz der Lufthansa an den Start. dpa

Ryanair in Frankfurt

Ab März geht der Billigflieger am Drehkreuz der Lufthansa an den Start.

FrankfurtDie Billigflieger geben auf dem deutschen Markt richtig Schub. Mit der Lufthansa-Tochter Eurowings und der irischen Fluggesellschaft Ryanair erweitern die beiden größten Anbieter ihre Angebote im Vergleich zum Vorjahr stark. Auch die ungarische Wizz Air baut nach vorläufigen Erhebungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ihr Angebot um mehr als ein Viertel aus. Und weil in Europa und dem angrenzenden Mittelmeerraum schon sehr viele Destinationen ausgereizt sind, nehmen immer mehr Gesellschaften auch Langstrecken in ihr Programm, die sie künftig nach dem Prinzip „no frills - keine Mätzchen“ bedienen wollen.

An den deutschen Flughäfen fallen in diesem Sommer die letzten Bastionen der Linienflieger. In Frankfurt – dem deutschen Flughafen mit dem niedrigsten Billiganteil von knapp vier Prozent – geht im März Ryanair mit zwei Maschinen an den Start und versetzt allein damit den Platzhirsch Lufthansa in helle Aufregung.

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Der Billigflieger Norwegian meldet einen Passagierrekord – und dürfte erstmals den nordischen Platzhirsch SAS überflügeln. Für große Airlines wie die Lufthansa könnte der Senkrechtstarter gefährlicher werden als Ryanair.

Deren Manager wettern zwar über die Billiggebühren, mit denen die Flughafengesellschaft Fraport den Neuankömmling pudert, planen aber auf der anderen Seite, im Sommer 2018 die eigene Eurowings zu gleichen Bedingungen an den Start zu bringen.

Am zweiten Lufthansa-Drehkreuz München tritt Eurowings schon in diesem Sommer gleich mit vier neuen Flugzeugen an, um mit 30 neuen Verbindungen die Billig-Konkurrenz der französischen Transavia, einer Tochter von Air France-KLM, in Schach zu halten. Aus der Air-Berlin-Erbmasse werden zudem weitere Jets in Wien und Palma de Mallorca stationiert. Zum Jahresende will die Lufthansa-Tochter nach neuesten Angaben 114 Jets am Start haben, bevor die belgische Tochter Brussels Airlines im kommenden Jahr ebenfalls integriert wird. Eurowings soll dann auf mehr als 160 Maschinen anwachsen.

Ryanair hält mit neuen Flugzeugen dagegen und steigert die Zahl ihrer Strecken aus Deutschland auf 245 nach 190 vor einem Jahr. Das entspricht rund 2000 Flügen in der Woche von und nach Deutschland, wie die Iren auf Anfrage mitteilen. Zusätzliche Flüge gibt es bei ihnen vor allem ab Berlin, Nürnberg und Hamburg. In Berlin-Schönefeld will auch der sonst zurückhaltende europäische Branchenzweite Easyjet wachsen.

Auf der Langstrecke fehlen den Billigfliegern viele klassische Kostenvorteile oder sie fallen zumindest deutlich geringer aus, wie der Luftfahrtexperte Stephan Nagel von der Hamburger Beratungsgesellschaft Prologis-Strategy sagt. „Das Fluggerät kann nicht intensiver genutzt werden, die Crews müssen am Zielort übernachten, und das Kerosin als Hauptkostenpunkt auf der Langstrecke ist für alle Anbieter gleich teuer.“

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