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02.09.2015

07:48 Uhr

Sammelklage zugelassen

Schwerer Dämpfer für Uber

VonAxel Postinett
Quelle:Handelsblatt Live

Ein Richter ermöglicht Uber-Fahrern in den USA eine Sammelklage gegen den Fahrdienst. Tausende könnten sich beteiligen. Für den Taxi-Konkurrenten steht jetzt das Geschäftsmodell auf dem Spiel.

Eine Sammelklage gegen den Fahrdienst könnte vor einem Geschworenengericht landen. ap

Uber-Fahrer wartet auf Kundschaft

Eine Sammelklage gegen den Fahrdienst könnte vor einem Geschworenengericht landen.

San FranciscoSeit 2013 streiten drei Fahrer von Uber darum, als Angestellte eingestuft zu werden. Seit Dienstag können sich Tausende Kollegen praktisch mit nur einer Unterschrift an der Klage beteiligen, die das Geschäftsmodell des Chauffeurdienstes auf den Kopf stellen könnte. Ein Richter gewährte der Klage den sogenannten „Class action“-Status.

Sollte Uber keinen Vergleich aushandeln, landet der Fall vor einem Geschworenengericht. Werden die Fahrer dort statt als „freie Unternehmer“ als Angestellte deklariert, was Uber kategorisch ablehnt, könnte das auch den Börsengang des Unternehmens gefährden.

Sammelklage gegen Uber: Doppelmoral im Silicon Valley

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Tausende Fahrer können sich nun einer Sammelklage gegen den Fahrdienst Uber anschließen. Das Gerichtsurteil wird ein Signal für die gesamte US-Westküste sein. Eine Analyse.

Ob Fahrdienste wie Uber oder Putzfrauenvermittlung, ja sogar Parkplatzeinweiser: Eine beliebte „Innovation“ des Silicon Valleys ist die Umwandlung von festen Anstellungsverhältnissen in „freies Unternehmertum“. Die Unterschiede sind für beide Seiten gewaltig. Es geht um soziale Sicherheit, um Abhängigkeiten, Weisungsrechte, Gewinne und Kosten. Letztere muss ein freier Unternehmer alleine tragen.

Die drei Fahrer, die seit zwei Jahren darum kämpfen, von Uber als Angestellte eingestuft zu werden, begründen dies damit, dass das Unternehmen praktisch sämtliche Aspekte ihres Arbeitslebens bestimme und festlege. Unter anderem bestimmt Uber auch die Preise, die die Fahrer berechnen dürfen. Außerdem wirbt Uber damit, dass Trinkgelder an die Fahrer im Preis inbegriffen sind. Die Trinkgelder wiederum behält Uber aber ein und weigert sich, sie an die Fahrer, die Unternehmer, weiterzuleiten. Nach kalifornischem Arbeitsrecht für Angestellte wäre das allerdings ein Vergehen.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Mit einem Gutachten der Universität Berkeley und 400 Eingaben von Fahrern, die angeblich nicht für das Start-up arbeiten würden, wenn sie angestellt sein müssten, versuchte das Unternehmen die Klage zu entkräften. Alle Fahrer seien zudem so unterschiedlich, dass man sie überhaupt nicht vergleichen könne.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.09.2015, 10:13 Uhr

Hinter Uber steht Goldman Sachs als Lead Investor, mit einem Mrd.-Exposure ... mal sehen, wer den längeren Atem hat.

Herr Martin Wienand

02.09.2015, 10:22 Uhr

Ein übler Ausbeuterladen.

Weg damit.

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