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25.03.2014

15:18 Uhr

Sanierungskonzept

Strauss schließt mehr als jede fünfte Filiale

Seit Januar arbeitet Strauss Innovation unter einem Schutzschirmverfahren. Jetzt gibt es ein Sanierungskonzept: Filialen werden geschlossen, Mitarbeiter müssen gehen – und Investoren werden umworben.

Das Gatter geht runter: Einige Strauss-Filialen werden dicht machen müssen. dpa - picture-alliance

Das Gatter geht runter: Einige Strauss-Filialen werden dicht machen müssen.

LangenfeldDie angeschlagene Handelskette Strauss Innovation wird bis Mitte des Jahres 17 ihrer insgesamt 96 Filialen schließen und 200 Mitarbeiter entlassen. Durch ein zügiges Insolvenzverfahren hofft das Unternehmen aber, die restlichen gut 1200 Arbeitsplätze erhalten zu können, wie der für die Sanierung des Unternehmens zuständige Manager, Hans Peter Döhmen, am Dienstag mitteilte. Damit bestätigte er einen Bericht der „Rheinischen Post“.

Die Leitung der Handelskette hatte Ende Januar ein Schutzschirm- Verfahren beantragt, um das mit hohen Verlusten kämpfende Unternehmen neu ausrichten zu können. Döhmen sieht die Rettungsbemühungen auf einem guten Weg. Die wesentlichen Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen seien verhandelt, teilte er mit. Das Unternehmen hoffe nun, das bevorstehende Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bereits bis zur Jahresmitte abschließen zu können.

Nach Firmenangaben gibt es mehrere ernsthafte Interessenten für die Handelskette. Sie sollen nun die Möglichkeit bekommen, das Konzept zur Neuausrichtung zu prüfen. Kern des Sanierungskonzeptes ist es, Strauss Innovation künftig mit 79 Filialen und 1200 Mitarbeitern bundesweit fortzuführen. Die Handelskette solle dabei wieder „innovativer und mutiger“ in der Auswahl der Produkte werden, sagte Döhmen.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Der Sanierungsexperte hatte bereits vor einigen Wochen deutliche Kritik an der Unternehmenspolitik der vergangenen Jahre geäußert. Strauss Innovation habe zu viele Rabattaktionen gefahren, die die Gewinnspanne aufgefressen hätten. Die Manager hätten versucht, das Unternehmen als Discounter zu etablieren. Doch dies sei der falsche Weg gewesen. Nach seinen Angaben machten manche Filialen bis zu einer halben Million Euro Verlust.

Der größte Teil der Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren, soll die Möglichkeit erhalten, für sechs Monate in eine Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln.

Diese Filialen sind betroffen

Geschlossen werden sollen die Geschäfte in Aachen und Mönchengladbach-Rheydt im Nordwesten, Bremen-Vegesack, Hannover-Ernst-August-Galerie sowie Laatzen im Norden, Mannheim, Viernheim, Karlsruhe, Böblingen, Augsburg, Regensburg, Rosenheim, Bad Homburg und Darmstadt im Süden, sowie Dresden HBF, Berlin-Neues Kranzlereck und das Outlet Berlin-Hellersdorf im Osten.

Von

dpa

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