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21.07.2014

11:44 Uhr

Sanktionen nach MH17-Unglück

Der drohende Wirtschaftskrieg mit Russland

VonMartin Dowideit

Die USA drängen Europa, schärfere Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verhängen. Bereits jetzt leiden deutsche Unternehmen – und das Russland-Geschäft wird auf absehbare Zeit schwieriger werden.

Rosneft-Tankstelle in Moskau: Die Diskussion über Sanktionen – etwa gegen russische Rohstoffkonzerne – heizt sich auf. Reuters

Rosneft-Tankstelle in Moskau: Die Diskussion über Sanktionen – etwa gegen russische Rohstoffkonzerne – heizt sich auf.

DüsseldorfDer Chef der Tengelmann-Gruppe zeigt sich gelassen angesichts des angespannten Verhältnisses mit Russland. Aus den derzeit 22 Baumärkten der Tochtergesellschaft Obi könnten in den kommenden Jahren „50 oder auch 100 werden“, so Karl-Erivan Haub in einem Interview mit der „Welt“. Es sei gut, dass vielfältige Handelsbeziehungen zu Russland bestünden. „Einen Nachbarn, den man kennt und mit dem man ab und zu einen Kaffee trinkt, den zeigt man nicht gleich an, wenn ‚mal der Baum über den Zaun kracht‘.“

Dennoch hat die Europäische Union schrittweise Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt – zunächst eher symbolisch nach der Annexion der Krim. Kurz vor dem Abschuss der Malaysia-Airlines-Boeing (Flug MH17) über der Ostukraine waren sie dann leicht verschärft worden (EU-Durchführungsverordnung 753/2014). Nach der Flugzeugkatastrophe haben die Gespräche über eine deutliche Ausweitung der Sanktionen erheblich an Fahrt gewonnen. Alle „politischen und wirtschaftlichen Optionen“ lägen auf dem Tisch, so der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Montag.

Schon jetzt leiden deutsche Unternehmen unter den ersten Beschränkungen. Betroffen sei davon in etwa jedes vierte deutsche Unternehmen, das im Ausland aktiv ist, so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Besonders stark treffe es Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen sowohl zu Russland als auch zu den USA unterhielten. Diese müssten nun fast alle laufenden Geschäfte auf Vereinbarkeit mit den Sanktionsvorschriften hin prüfen. Eine besondere Herausforderung: Die unterschiedlichen Vorgaben der EU und der Amerikaner müssen von den Firmen eingehalten werden.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), sagt weitere – auch wirtschaftliche – Sanktionen gegen Russland voraus. Die USA drängen die Europäer zu einem deutlich schärferen Vorgehen nach dem MH17-Abschuss. „Wir versuchen, unsere europäischen Freunde zu überzeugen, dass sie dies als Weckruf erkennen“, so US-Außenminister John Kerry in einem Fernsehinterview. Die USA sind bereits deutlich über die EU-Restriktionen hinaus gegangen und haben die langfristige Finanzierung einiger russischer Rohstoff- und Finanzunternehmen untersagt (Vollständige Liste des US-Finanzministeriums, Website mit Erläuterungen).

Großbritanniens Premierminister David Cameron habe Russlands Präsident Wladimir Putin am Sonntagabend in einem Telefongespräch deutlich gemacht, dass Putin seinen Kurs ändern und bei der Stabilisierung der Ostukraine mithelfen müsse, sagte eine Regierungssprecherin in London. Cameron habe damit gedroht, dass die Außenminister der EU-Staaten am Dienstag angesichts der russischen „Untätigkeit“ schärfere Sanktionen beschließen könnten.

Ministerpräsident Jazenjuk

„Wir sind bereit, die Leitung an Niederlande zu übergeben“

Ministerpräsident Jazenjuk: „Wir sind bereit, die Leitung an Niederlande zu übergeben“

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Kommentare (32)

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Herr Fritz Yoski

21.07.2014, 11:54 Uhr

Sanktionen
Vielleicht sollte man Sanktionen gegen Laender verhaengen die in Deutschland spionieren, oder solche die unter gefaelchten beweisen Angriffskriege fuehren oder Laender die deutsches Gold verscherbelt haben oder gegen Drohnenkrieger. Wieso man nun gerade Sanktionen gegen Laender die uns Rohstoffe liegern verhaengen will ist mir ein Raetsel. Um das zu verstehen muss man wohl Politiker sein.

Herr John Canna

21.07.2014, 11:59 Uhr

Vielleicht sind wir als kleines IT Spezialunternehmen völlig daneben, oder abgehoben arrogant ?!
Aber meine Partner und ich haben schon bei Gründung der Firma festgelegt (2005) das wir mit einigen Ländern definitiv keine Geschäfte machen wollen und werden - selbst wenn der Auftrag noch so lukrativ sein sollte.
Russland gehört dazu.
Jeder von uns hatte schon vor der Firmengründung negative Erfahrungen mit Russland gemacht, und auch meine Bildungsreise 2009 nach Russland konnte mich nicht umstimmen......
Gruss
JC

Herr peter Spirat

21.07.2014, 12:02 Uhr

Auch hier geht es mal wieder nur darum, dass der Ami langsam vor uns Angst bekommt. Denn die Achse D-RUS-CN nimmt langsam Gestalt an und davor hat der ami eine panische Angst.

Die Achse des Bösen (Piraten, Völkermörder und Kriegstreiber) Israel, CITY und USA hat seinen Höhepunkt lange überschritten udn sie sind dem Untergang geweiht.

Wenn man sich gerade den Völkermord im Gaza Streifen ansieht, erkennt man schnell, dass Israel sich sein eigenes Grab schaufelt. Wer so brutal gegen die Besitzer des Landes vorgeht, wird diese Brutalität nicht lange überleben. Israel weiß, dass es in max 30 - 50 Jahren nicht mehr geben wird. Darum dieser brutale Kampf gegen Zivilisten, schlimmer als es die Waffen-SS ge gamacht hat.

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