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04.03.2012

16:00 Uhr

Schadensersatz

Streik kann GdF teuer zu stehen kommen

Die Gewerkschaft der Flugsicherung fürchtet nach dem gerichtlich für unrechtmäßig erklärten Streik der Vorfeldarbeiter auf dem Frankfurter Flughafen hohe Schadenersatzforderungen. Die GdF sieht ihre Existenz in Gefahr.

Allein auf weiter Flur: Die GdF hofft im Falle von weiteren Schadenersatzforderungen auf die Hilfe anderer Gewerkschaften. dpa

Allein auf weiter Flur: Die GdF hofft im Falle von weiteren Schadenersatzforderungen auf die Hilfe anderer Gewerkschaften.

Frankfurt/MünchenDie Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat Schadenersatzforderungen der Fluggesellschaften wegen Streiks ihrer Mitglieder auf dem Frankfurter Flughafen scharf kritisiert. Sollte ein Gericht solchen Klagen stattgeben, dann "können Sie Gewerkschaften einstampfen", sagte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. "Es geht um unsere Existenz", sagte der GdF-Vorsitzende Michael Schäfer dem Magazin "Focus". "Schon 20 bis 30 Millionen Euro könnten wir unmöglich stemmen." Er zähle auf den Beistand der anderen Spartengewerkschaften, sagte Schäfer weiter.

Wenn eine große Gewerkschaft wie Verdi den öffentlichen Nahverkehr bestreike oder wie Ende vergangener Woche die Berliner Flughäfen, dann klagten die Unternehmen nicht, sagte Siebers. Im Falle der kleinen GdF hingegen versuchten die Fluggesellschaften, die gar nicht direkt bestreikt würden, Schadenersatzforderungen durchzusetzen.

Das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main hatte auf Antrag des Flughafenbetreibers Fraport und der Lufthansa am Mittwoch tagelange Streiks der Vorfeldmitarbeiter vorerst gestoppt. Die Fluggesellschaft Lufthansa bezifferte ihren Umsatzausfall wegen des tagelangen Streiks gegenüber dem "Focus" auf einen zweistelligen Millionenbetrag im oberen Bereich. Der Flughafenbetreiber Fraport rechne mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag, berichtete das Magazin am Wochenende.

Vor dem Arbeitsgericht verlangen Lufthansa, Air Berlin und Ryanair bereits Schadenersatz wegen Streikankündigungen im vergangenen August von der GdF - insgesamt rund 3,2 Millionen Euro. In der Tarifauseinandersetzung mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) hatte die Gewerkschaft im August die DFS-Mitarbeiter zwei Mal zum Arbeitskampf aufgerufen. Tatsächlich zum Streik kam es jedoch beide Male nicht.

Siebers wies die Darstellung des »Focus« zurück, die GdF fürchte wegen der Schadenersatzforderungen um ihre Existenz. Die Zitate des Vorstandsvorsitzenden Michael Schäfer seien so nie gesagt oder aus dem Zusammenhang gerissen worden, erklärte auch Schäfer selbst.

Von

afp

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

04.03.2012, 16:49 Uhr

Sehr gut...endlich wird den roten Gewerkschaftsbazillen mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Und richtig draufhauen bitte...dann überlegen sichs die anderen Gewerkschaften hoffentlich, ob sie für völlig aberwitzige Zielsetzungen streiken & löhnen wollen

gregor77muc

04.03.2012, 17:48 Uhr

Grundsätzlich ist es okay, daß Arbeitnehmer ihre Interessen vertreten und sich organisieren. Wenig Verständnis kann ich aber für aberwitzige Gehaltsforderungen entgegenbringt, die auch jemand bezahlen muß ( nämlich der Kunde ). Und wenn es schon Spartengewerkschaften braucht, ist es an der Zeit eine Gewerkschaft der Gewerkschaften zu gründen. Schaun wir mal, wie das die Gewerkschaftsbosse finden... ;-)

Account gelöscht!

04.03.2012, 17:51 Uhr

Das Verursacherprinzip muss nur angewandt werden , vor allem
gegen die Funktionäre . Wenn man will, geht das .

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