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07.05.2013

11:57 Uhr

Schaumkusshersteller

Werbeagentur erhebt schwere Vorwürfe gegen Dickmann's

Eine Werbeagentur hat den Schaumkusshersteller Dickmann's verklagt. Die Agentur behauptet die Idee vom „Schaumkuss-Ei“ zuerst vorgelegt zu haben. Doch die entscheidende Frage lautet: Wie eigenartig ist ein Ei?

Dickmann's "Dicke Eier". Eine Werbeagentur beansprucht die Idee des Schaumkuss-Eis für sich.

Dickmann's "Dicke Eier". Eine Werbeagentur beansprucht die Idee des Schaumkuss-Eis für sich.

Düsseldorf/MünsterOstern ist vorbei, Eier stehen aber weiterhin auf der Tagesordnung. Am 14. Mai verhandelt das Landgericht Düsseldorf über die Klage einer Werbeagentur gegen den Schaumkuss-Hersteller Dickmann's. Konkret verlangt die Agentur aus Münster von dem Tochterunternehmen des Süßwaren-Riesen Storck (merci, Toffifee, Werther's), die Produktion der Ware einzustellen, Umsatz und Gewinn aus dem Geschäft mit den „Dicken Eiern“ offenzulegen und den Restbestand zu vernichten. Storck weist die Vorwürfe zurück und hat eine Widerklage eingereicht.

Die Produktdesign-Agentur habe die Idee vom Schaumkuss in Eierform bereits 2008 entwickelt und im Sommer der Firma Dickmann's offiziell vorgestellt, sagt der Anwalt der Agentur, Jens Künzel. „Da war das Produkt schon als Geschmacksmuster angemeldet.“ 2009 schickte die Agentur ihren Newsletter mit der Idee „Ei des Kolumbus“ an Dickmann's. Es habe keine Reaktion gegeben, sagt Künzel. Zu Ostern 2012 habe Dickmann's dann völlig überraschend die „Dicken Eier“ auf den Markt gebracht.

Das Aussehen, das Design eines Produkts kann der Erfinder beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München als sogenanntes Geschmacksmuster eintragen lassen. Voraussetzung: Es muss neu und „eigenartig“ sein - also eigen in der Art. Neu ist das Produkt wohl, aber wie eigenartig ist ein Ei? „Wir wollen natürlich nicht die Eiform für uns reklamieren“, sagt der Jurist. „Wir meinen aber, das Schaumkuss-Ei ist eigenartig, weil alle anderen Schaumküsse anders aussehen.“

Storck will sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu dem Fall äußern. Das Unternehmen hatte nach Angaben seines Chefs Axel Oberwelland in Medien 2012 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro und etwa 5000 Beschäftigte, davon 2000 im westfälischen Halle, 1000 in Berlin und 900 im thüringischen Ohrdruf.

Mit 600 Patentverfahren pro Jahr liegt das Landgericht Düsseldorf im bundesweiten Vergleich mit Abstand vorn. Um die vielen Prozesse schnell zu bearbeiten, kam im März eine dritte Patentkammer dazu. In der Landeshauptstadt haben sich schon Apple und Samsung beharkt, auch der Streit über den Fleckenpudding Paula von Dr. Oetker und die vermeintliche Kopie „Flecki“ von Aldi Süd wurde hier verhandelt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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olafjanowski

18.05.2013, 13:31 Uhr

N E G E R kuss darf man seit wann nicht mehr schreiben?
Wer hat das so festgelegt? Der deutsche presserat mit seinen "Richtlinien"? Warum darf es noch "Nigeria" heissen oder ist das auch schon bald Altsprech?

olaf janowski, frankfurt am main

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