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13.03.2004

13:16 Uhr

Scheitern der Einstiegsverhandlungen noch möglich

SPD-Medienholding plant Stellenabbau bei «Frankfurter Rundschau»

Die Medienholding der SPD plant nach einem möglichen Einstieg bei der angeschlagenen «Frankfurter Rundschau» einen weiteren Stellenabbau. Im kommenden Jahr soll das Blatt dann wieder Gewinne machen.

HB BERLIN. Bei der wirtschaftlich angeschlagenen «Frankfurter Rundschau» (FR) wird es im Falle einer Übernahme durch die SPD-Medienholding DDVG weitere Stellenstreichungen und Veränderungen in Verlag und Redaktion geben. «Es gibt keine Version der Sanierung der »FR« ohne Arbeitsplatzabbau. Auch nicht ohne eine gravierende Veränderung der Strukturen des Verlags und der Redaktion», sagte SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin «Spiegel». Wie diese Veränderungen konkret aussehen könnten, erläuterte Wettig-Danielmeier nicht. Die SPD-Schatzmeisterin vertritt ihre Partei als Mehrheitsgesellschafterin der DDVG.

Außerdem verhandle die Medienholding mit Banken und Leasingfirmen, bei denen die «FR» Schulden in Millionenhöhe hat, über einen Verzicht auf einen Teil ihrer Forderungen. Sollten die beteiligten Gläubiger dazu nicht bereit sein, könne die Übernahme der «FR» noch scheitern.

Den Optimismus der Geschäftsführung der «FR» teilt Wettig-Danielmeier offenbar nicht: Im kommenden Jahr könne das Blatt nach Ansicht der DDVG wieder schwarze Zahlen schreiben. Die «FR»-Geschäftsführung geht davon aus, schon in diesem Jahr wieder die Gewinnzone zu erreichen. Die überregionale Ausbreitung der Zeitung stehe Wettig-Danielmeier zufolge nicht zur Disposition, hieß es im Gespräch mit dem «Spiegel».

Die DDVG wolle wenn womöglich noch vor einem Einstieg bei dem überregionalen Blatt einen Mitinvestor ins Boot holen. Dabei strebe die DDVG eine Branchenlösung an, sagte Wettig-Danielmeier weiter. Mehrere Interessenten hätten bereits Interesse bekundet.

Die SPD-Schatzmeisterin verteidigte außerdem den Einstieg der SPD-eigenen Medienholding in das Geschäft mit einer überregionalen Tageszeitung. Die DDVG wolle damit verhindern, dass die gesamte deutsche Medienlandschaft von Großkonzernen beherrscht wird.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) überlegt derweil, die Pressefusionskontrolle zu lockern. Nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der Clements Pläne im Grundsatz begrüßt, erlaube eine solche Lockerung den Verlagen durch Zukauf von Zeitungen marktbeherrschende Stellungen auf dem Markt zu erreichen.

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