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15.09.2012

15:51 Uhr

Schienenverkehr

Italiens Staatsbahn fordert DB heraus

Kampfansage an die Deutsche Bahn: Bis 2014 will eine Tochter der italienischen Staatsbahn zur Nummer zwei im Regionalverkehr werden. Die Gewerkschaften sehen den Markteinstieg mit gemischten Gefühlen.

Ein Regionalexpress der DB Regio fährt in den Bremer Hauptbahnhof ein. dapd

Ein Regionalexpress der DB Regio fährt in den Bremer Hauptbahnhof ein.

BerlinDas Bahnunternehmen Netinera will dem Marktführer Deutsche Bahn Kunden abjagen und seinen Marktanteil im Regionalverkehr deutlich ausbauen. „Wir wollen die Nummer zwei im deutschen Regionalverkehr werden“, sagte der neue Netinera-Chef Jost Knebel der „Welt am Sonntag“. Voraussichtlich 2014 wolle Netinera den derzeit schärfsten Verfolger der Deutschen Bahn, die Veolia Deutschland, verdrängt und auf Rang drei verwiesen haben.

Zu Netinera gehören Unternehmen wie die Vogtland- oder Länderbahn, der Metronom, die Prignitzer Eisenbahn, die Ostdeutsche Eisenbahn und die Regentalbahn. Netinera ist eine Tochter der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato.

Fernziel von Netinera ist ein Marktanteil von rund 20 Prozent in Deutschland. Das ist in etwa so viel, wie derzeit alle Konkurrenten der Bahn im Regionalverkehr insgesamt haben. „Der deutsche Eisenbahnmarkt ist in Bewegung, und es gibt zahlreiche Netze, die in den kommenden Jahren neu ausgeschrieben werden“, sagte Knebel.

Endlich Konkurrenz für die Deutsche Bahn

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Er kündigte zudem an, den Genuss alkoholischer Getränke in Zügen stark einzuschränken. „Wir haben mit einen Alkoholverbot bei einzelnen Gesellschaften gute Erfahrungen gemacht. Das Wohlbefinden aller Kunden im Zug ist wichtiger, als auf der Fahrt noch ein Glas zu trinken. Wir prüfen gerade, ob wir das Alkoholverbot ausweiten.“ Das funktioniere allerdings nur, wenn die Länder oder Verbünde dem zustimmen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft begrüßte die Strategie zwar grundsätzlich, schlug aber auch kritische Töne an. Netinera zeichne sich durch eine offensive Marktstrategie aus. „Dass ein Unternehmen wachsen will, ist gut. Wir begrüßen das, weil es auch die Arbeitsplätze sichert“, sagte EVG-Vorstand Reiner Bieck laut Mitteilung vom Samstag. „Aber wir werden auch dafür sorgen, dass diese Strategie nicht überhitzt.“ Es könne nicht darum gehen, „Marktanteile um jeden Preis zu gewinnen“.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Gast

15.09.2012, 16:56 Uhr

Seit ich einmal mit dem Cisalpino fahren musste, kann mir die italienische Eisenbahn gestohlen bleiben.

Account gelöscht!

16.09.2012, 10:28 Uhr


nun, wenn Service und Preis stimmen, warum nicht?

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