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01.12.2012

15:42 Uhr

Schiffahrstsbranche

Reedereien erhalten Staatshilfen in Millionenhöhe

Zahlreiche Reedereien in Deutschland sind in ihrer Existenz bedroht. Nun erhält die kriselnde Branche vom Staat Hilfen in Millionenhöhe. Damit soll vor allem die Ausbildung des maritimen Nachwuchses gestärkt werden.

Eines der größten Containerschiffe der Welt: „Hamburg Express“ von Hapag Lloyd. dpa

Eines der größten Containerschiffe der Welt: „Hamburg Express“ von Hapag Lloyd.

Düsseldorf/BerlinDie kriselnde deutsche Schifffahrt erhält im nächsten Jahr staatliche Unterstützung in Höhe von 57,8 Millionen Euro. „Das haben wir gerade beschlossen zur Stärkung des maritimen Bündnisses, das Reeder, Gewerkschaften und Bundesregierung vereinbart haben“, sagte der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto (FDP), der „Wirtschaftswoche“.

Otto stellte den Reedereien steuerliche Erleichterungen bei Versicherungen und Verschrottung von Schiffen in Aussicht. Entsprechende Gespräche seien bereits „erfolgreich geführt worden“, sagte er der „Wirtschaftswoche“. Ziel sei es, die Ausbildung des Nachwuchses in der Branche zu stärken.

Forderungen nach Abwrackprämien erteilte Otto indes eine Absage. Auch lehnte er erneut ab, dass die Staatsbank KfW für in Bedrängnis geratene Reedereien befristete Überbrückungskredite gibt oder bestehende Schiffsfinanzierungen übernimmt. Diese Forderung hatte kürzlich auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zurückgewiesen.

Die schwierige Lage der Branche hierzulande war im Sommer in den Fokus gerückt, als die Reederei die als ZDF-„Traumschiff“ bekannt gewordene „MS Deutschland“ ausflaggen und aus Kostengründen unter der Flagge Maltas fahren lassen wollte. Nach heftigen öffentlichen Protesten hatte die Reederei das Vorhaben zurückgezogen, forderte angesichts der zuletzt drastisch gekürzten Fördermittel für die Schifffahrt aber mehr Unterstützung aus der Politik.

Die maritime Wirtschaft beschäftigt dem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge 380.000 Mitarbeiter und setzt jährlich rund 50 Milliarden Euro um. Viele kleine und mittlere Reedereien in Deutschland sind in ihrer Existenz bedroht. Die Reeder sehen sich einer Doppelkrise gegenüber: Die Schifffahrtsmärkte sind geprägt von Überkapazitäten und niedrigen Frachtraten. In der Containerschifffahrt, wo die deutschen Reeder weltweit eine führende Position einnehmen, verdient nur noch jedes dritte Schiff überhaupt Geld.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

01.12.2012, 17:12 Uhr

Ach die auch noch. Die bekommen doch sowieso schon genug.
Stichwort Tonnagesteuer.Jetzt auch noch Steuergelder?
Hier im Land kann wohl jeder,meine Güte.

Account gelöscht!

01.12.2012, 17:39 Uhr

Die deutschen Reedereien sind neben der Atomindustrie die
am Besten "versorgten" Unternehmen hierzulande.
Sie zahlen nur minimale Steuer aus der Tonnagegewinnermittlung.Sonst nichts.
Früher "Tonnagesteuer" genannt.
Erfunden von den Griechen,
den Onassis,Niarchos und Co.
Lassen sie Schiffe bauen,gibt es riesige Subventionen.
Sie zahlen praktisch keine Umsatzsteuer und keine Energiesteuer.Sie sind befreit davon.
Jetzt auch noch Steuergelder zu verschwenden ist ein Hohn.
Passt aber zu dieser Regierung Merkel/Schäuble.

Thomas-Melber-Stuttgart

01.12.2012, 17:51 Uhr

Wer will nochmal, wer hat noch nicht ...

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