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12.07.2013

16:36 Uhr

Schifffahrt

Schleusen-Streik nähert sich seinem Ende

Seit Wochenbeginn stören Streiks die Binnenschifffahrt massiv. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet wegen eines Umbaus der Verwaltung den Verlust von 12.000 Arbeitsplätzen. Doch nun scheinen sich die Fronten langsam anzunähern.

Die Binnenschifffahrt leidet derzeit unter dem Streik. Verdi erhofft sich so den erhalt von 12.000 Arbeitsplätzen. dpa

Die Binnenschifffahrt leidet derzeit unter dem Streik. Verdi erhofft sich so den erhalt von 12.000 Arbeitsplätzen.

BerlinDeutschlands Binnenschiffer und Freizeitkapitäne stehen am Wochenende vor einer letzten Geduldsprobe: Die noch streikenden Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Nordrhein-Westfalen sowie an Lahn, Mosel und Saar wollen ihren Ausstand nach Verdi-Angaben am Montag vorerst beenden. Ihre Kollegen in Niedersachsen hatten die Blockaden der Schleusen bereits am Donnerstag ausgesetzt. Auch im Südwesten entspannte sich die Lage am Freitag, die Tore waren hier laut Verdi weitgehend geöffnet.

Die Streiks hatten die Binnenschifffahrt seit Wochenbeginn massiv behindert. Bis alle Schiffe wieder unterwegs sind, dürfte es mehrere Tage dauern. Verdi betonte, über die Arbeitskampfmaßnahmen entscheide jeder Landesbezirk selbst. Hintergrund des Streiks: Wegen eines Umbaus der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) befürchtet Verdi, dass ein Viertel der rund 12 000 Arbeitsplätze wegfällt.

Das Bundesverkehrsministerium kritisierte die Streiks als nicht nachvollziehbar. „Die WSV-Mitarbeiter sollten nicht ihre eigene Branche schwächen“, sagte Staatssekretär Michael Odenwald am Freitag. „Im Gegensatz zu unseren Mitarbeitern müssen die Binnenschiffer durch die Streiks erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen.“ Er betonte, eine soziale Absicherung der Beschäftigten beim Umbau der WSV samt Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sei schon rechtsverbindlich zugesagt. Die Gewerkschaft Verdi will dies aber per Tarifvertrag festschreiben.

Der Ausstand zerrte am Freitag an den Nerven der Binnenschiffer. Allein im Ruhrgebiet warteten mindestens 140 Schiffe auf die Weiterfahrt. Einen Schiffsführer an der Mosel brachte die Warterei und die damit verbundene Angst vor einer Konventionalstrafe so in Rage, dass er einen Schleusenwärter bedrohte. Polizisten konnten den Mann wieder beruhigen.

Von

dpa

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