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18.10.2011

13:24 Uhr

Schifffahrt

Somalische Piraten schlagen immer öfter zu

Die Lage am Horn von Afrika wird für die Schifffahrt immer brenzliger. Die Zahl der Piratenangriffe steigt an - und hat nun ein neues Rekordhoch erreicht. Die Reeder suchen nach Auswegen.

Ein bewaffneter somalischer Pirat schaut auf hohe See. AFP

Ein bewaffneter somalischer Pirat schaut auf hohe See.

Die Piraterie auf See hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 352 Überfällen weltweit ein neues Rekordhoch erreicht. Wie das International Maritime Bureau (IMB) der Internationalen Handelskammer mitteilte, sind das 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Somalische Piraten haben ihr Gebiet auf das Rote Meer ausgedehnt und bereits 199 Angriffe verübt. Das ist ein Anstieg von 58 Prozent. Ein neuer Brennpunkt sind die Gewässer vor der Küste des westafrikanischen Benin. Dort wurden 2011 bereits 19 Übergriffe verzeichnet, davon acht Entführungen von Tankern. Im Vorjahr gab es keine vergleichbaren Vorfälle.

Die größten deutschen Reeder

C-P Offen

Gemessen an der Tragfähigkeit ist die Flotte der Reederei Claus-Peter Offen die größte Deutschlands. Zusammen verfügen die Containerschiffe, Tanker und Bulker über eine Tragfähigkeit von rund 8,4 Millionen Tonnen.

Dr. Peters

Die Flotte der Dr. Peters Gruppe fassen zusammen 7,1 Millionen Tonnen an Gewicht, und ist damit die zweitgrößte Deutschlands.

E.R. Schiffahrt

Container- und Offshore-Schiffe sowie Massengutfrachter machen die Flotte der E.R. Schiffahrt aus. Insgesamt liegt die Tragfähigkeit bei 6,3 Millionen Tonnen.

Conti Holding

Zu den größten Reedereien zählt auch die Conti Holding. Der Großteil der Flotte besteht aus Containerschiffen, insgesamt haben sie eine Tragfähigkeit von 6,2 Millionen Tonnen.

Peter Döhle Schiffahrts-KG

Die Schiffe der 1956 ebenfalls in Hamburg gegründeten Peter Söhle Schiffahrts-KG fassen ein Gewicht von 6,0 Millionen Tonnen. Damit ist die Reederei die fünftgrößte des Landes.

Neu Seeschiffahrt

Die Flotte der Hamburger Neu Seeschiffahrt GmbH verfügt über Kapazitäten von 5,4 Millionen Tonnen.

Hartmann Group

Die Hartmann Reederei zählt zu ihrer Flotte neben den üblichen Schiffen vor allem Gastanker für Petroleum-Gase. Insgesamt hat die Flotte eine Tragfähigkeit von 4,6 Millionen Tonnen.

Hapag-Lloyd

Mehr als 135 Containerschiffe fahren für die Hapag-Lloyd AG. Insgesamt geht es hier um 4,4 Millionen Tonnen an Kapazitäten.

Rickmers Reederei

Die Schiffe der Hamburger Rickmers Reederei fassen insgesamt 4,3 Millionen Tonnen.

Bernhard Schulte Group

Die Bernhard Schulte Reederei mit Sitz in Hamburg zählt über 90 Container-, Tank- und Massengutschiffe, die zusammen über eine Tragfähigkeit von rund 4,1 Millionen Tonnen verfügen.

Erst kürzlich war ein Tanker, der von der Hamburger Schiffsmanagementgesellschaft Columbia betreut wird, mit 20 Mann Besatzung an Bord vor der Küste Nigerias gekapert worden. Die „Cape Bird” ist inzwischen wieder freigelassen worden, aber speziell in der jüngsten Zeit nimmt die Zahl der Piratenüberfälle vor der afrikanischen Atlantikküste zu. Allerdings ist die Lage dort nicht so schlimm wie vor der Küste Somalias.

Dort war kürzlich der italienische Frachter „Montecristo“ gekapert worden. Das Schiff war vor der Küste Somalias allerdings von britischen und US-amerikanischen Marineeinheiten aus Piratenhand befreit worden.   Der mit Eisenschrott beladene Frachter war von bewaffneten Piraten gekapert worden - nach Angaben der Reederei etwa 620 Seemeilen (rund 1150 Kilometer) von der somalischen Küste entfernt. Aktuell befinden sich noch zwei weitere italienische Schiffe in Gewalt somalischer Piraten: Die „Savina Caylyn“ und die „Rosalia D'Amato“ waren jeweils am 8. Februar und 21. April gekapert worden.

Kommentare (6)

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bruder-helmut

18.10.2011, 13:37 Uhr

und das, obwohl wir Unsummen an Geld für unsere Mariene verpulfern.

Wozu haben wir denn die Marine, was machen die eigentlich, außer eben die schweineteuren U-Boote an Israel zu verschenken.

Wenn die Marine nicht einmal unsere Handelschiffe vor Piraten schützen kann, dann schaffen wir sie besser ab. Private sicherheitsdienste sind billiger und besser.

der_Mahner

18.10.2011, 13:37 Uhr

Da hilft nur entschiedenes Militärisches durchgreifen. Solange die in Augen "unserer Gutmenschen und Weltverbesserer" armen somalischen "Fischer" sich vor dt. Booten und der damit verbundenen Einladung zur Hartz IV Pension halb tot lachen so lange wird sich die Situation noch weiter verschlechtern.
Eine ähnliche Situation gab es vor vielen Jahren in Südost Asien. Dort wurde jedoch nicht so lange gefackelt und das Problem hat sich in relativ kurzer Zeit weitestgehend erledigt.
Es handelt sich eben nicht um "arme Fischer" sondern um schwerst kriminelle welche im Auftrag Rauben,Plündern und offensichtlich Morden.

Philipp

18.10.2011, 14:00 Uhr

Grundsätzlich richtig, jedoch müsste hierfür Somalia an sich befriedet werden aber daran haben unsere "heilsbringenden von Frieden und Gerechtigkeit und Glück für alle schwafelnden" Politiker kein Interesse, denn hier gibt es ja nichts zu holen.

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