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03.12.2011

16:52 Uhr

Schlappe für Wal-Mart

Indien schottet Einzelhandel weiter ab

Die internationalen Handelsriesen standen schon in den Startlöchern, doch der indische Einzelhandel wird vorerst nicht geöffnet. Das Vorhaben ist auf Eis gelegt - zu groß war der landesweite Widerstand.

Demonstranten in Indien protestieren gegen eine Öffnung des Einzelhandels. Sie befürchten, dass vor allem kleine Familienbetriebe von den multinationalen Ketten überrollt werden könnten. AFP

Demonstranten in Indien protestieren gegen eine Öffnung des Einzelhandels. Sie befürchten, dass vor allem kleine Familienbetriebe von den multinationalen Ketten überrollt werden könnten.

MumbaiDie von internationalen Supermarktriesen wie Wal-Mart und Carrefour lang erwartete Öffnung des indischen Einzelhandels steht wieder auf der Kippe. Wegen des heftigen landesweiten Widerstands dagegen legte die Regierung in Neu-Delhi die Pläne eine Woche nach ihrem Kabinettsbeschluss dazu wieder auf Eis.

Die Koalition werde das Vorhaben nicht vorantreiben, bis ein Konsens unter den politischen Partnern erzielt worden sei, erklärte am Samstag die Ministerpräsidentin des Bundesstaates West Bengal, Mamata Banerjee, von der an der Regierung beteiligten Kongresspartei. Dies habe ihr Finanzminister Pranat Mukherjee zugesagt. Die Kongresspartei gehört zu den schärfsten Kritikern der Reform, unter der sich ausländische Unternehmen künftig mit bis zu 51 Prozent an indischen Supermärkten beteiligen können.

Indische Einzelhändler hatten die Regierung von Ministerpräsident Manmohan Singh vor der Reform gewarnt. Sie befürchten, dass vor allem kleine Familienbetriebe von den multinationalen Ketten überrollt werden könnten. Befürworter wollen mit der Öffnung Engpässe im Warenangebot beseitigen und dringend benötigtes Auslandskapital ins Land holen. Offen blieb zunächst, welche Konsequenzen der Aufschub konkret haben würde und wann die Verhandlungen weitergehen.

Für Handelsriesen wie den US-Weltmarktführer Wal-Mart, Tesco aus Großbritannien und Carrefour aus Frankreich bedeutet er aber einen Rückschlag. Sie warten bereits seit Jahren auf einen Zugang zu dem rasant wachsenden Einzelhandelsmarkt in Indien, dessen jährliches Volumen auf 350 Milliarden Euro geschätzt wird.

Der deutsche Handelsriese Metro ist in Indien bereits seit 2003 am Start und betreibt dort Cash&Carry-Großmärkte - die ihre Waren aber nur an Unternehmer und nicht direkt an die Verbraucher verkaufen. Damit ist Metro nicht von den Plänen der Regierung betroffen. Die Ketten Real und Media-Saturn sollen nicht nach Indien expandieren, sagte ein Metro-Sprecher bei der Entscheidung für eine Öffnung des Marktes Ende November.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Bruder-Helmut

04.12.2011, 13:14 Uhr

Respekt vor den Indern.

Damala haben sie zwar die englischen Kolonialherren mit ihrem Drogenmonopol ins Land lassen müssen.

Aber man sieht, die Inder sind lernfähig.

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