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21.05.2014

20:18 Uhr

Schlechte Bewertungen

Piloten beklagen Sicherheitsmängel an Flughäfen

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit stellt den deutschen Flughäfen kein gutes Sicherheitszeugnis aus. Nur bei sechs Airports gibt es nichts zu beanstanden. Fünf Flughäfen fallen durch.

Ein Flugzeug auf dem Flughafen Leipzig/Halle: Der Flughafen in der Nähe von Leipzig entsprich den gängigen Sicherheitsstandards. Das können nicht alle deutsche Flughäfen von sich behaupten dpa

Ein Flugzeug auf dem Flughafen Leipzig/Halle: Der Flughafen in der Nähe von Leipzig entsprich den gängigen Sicherheitsstandards. Das können nicht alle deutsche Flughäfen von sich behaupten

Berlin/FrankfurtFünf deutsche Flughäfen haben aus Sicht der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) größere Sicherheitsmängel. Die schlechteste Bewertung der Untersuchung erhielt Memmingen, gefolgt von Zweibrücken, Lübeck, Weeze (Niederrhein) und Friedrichshafen. Die Piloten legten die Flughafen-Mängelliste 2014 am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse ILA in Schönefeld vor. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyern (CDU) kam zu einem Rundgang dorthin. Der Vorstoß europäischer Luftfahrtkonzerne für ein militärisches Drohnenprojekt stieß auch in der eigenen Branche auf Kritik.

Der Flughafen Weeze wies die Kritik zurück. „Der Flughafen erfüllt alle internationalen Standards und ist sicher“, betonte Airportchef Ludger van Bebber in einer Mitteilung. In elf Jahren Flugbetrieb habe es nicht einen sicherheitsrelevanten Vorfall gegeben. Die Bezirksregierung Düsseldorf habe im vergangenen Jahr klargestellt, dass der Flughafen in allen Kriterien internationalen Standards entspreche oder diese sogar übertreffe. Der Flughafen prüfe die Einleitung rechtlicher Schritte gegen die Vereinigung Cockpit.

Mängel stellte die VC etwa bei den Rollwegen zur Landebahn und der Beleuchtung für den Anflug fest. Sie erhöhten das Unfallrisiko. Alle deutschen Flughäfen erfüllten die internationalen Sicherheitsvorschriften, sagte VC-Präsident Ilja Schulz. Deutschland sollte sich mit diesen Mindestanforderungen aber nicht begnügen.

Flughäfen in Deutschland: Das waren die Gewinner 2013

Berlin

Passagiere 2012: 25,26 Mio.

Passagiere 2013: 26,32 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 4,2 %

Anmerkung: Summe der Passagiere an den Flughäfen Schönefeld und Tegel

Bremen

Passagiere 2012: 2,45 Mio.

Passagiere 2013: 2,61 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 6,8 %

Dortmund

Passagiere 2012: 1,90 Mio.

Passagiere 2013: 1,92 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 1,2 %

Düsseldorf

Passagiere 2012: 20,83 Mio.

Passagiere 2013: 21,23 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 1,9 %

Erfurt-Weimar

Passagiere 2012: 184.000

Passagiere 2013: 215.000

Zuwachs/Rückgang: + 16,8 %

Frankfurt

Passagiere 2012: 57,52 Mio.

Passagiere 2013: 58,04 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 0,9 %

Kassel-Calden

Passagiere 2012: rund 30.000

Passagiere 2013: 47.000

Zuwachs/Rückgang: + ca. 35 %

Anmerkung: Im April 2013 fand die Eröffnung der Flughafen-Erweiterung statt.

Lübeck

Passagiere 2012: k.A.

Passagiere 2013: 370.000

Zuwachs/Rückgang: +, aber keine genaue Angabe

München

Passagiere 2012: 38,36 Mio.

Passagiere 2013: 38,67 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 0,8 %

Weeze

Passagiere 2012: 2,21 Mio.

Passagiere 2013: 2,49 Mio.

Zuwachs/Rückgang: + 12,7 %

Quelle: Flughäfen, ADV-Monatsstatistiken

Angesichts der noch offenen Entscheidung über ein militärisches Drohnenprojekt Europas kritisierte der deutsche Luftfahrtkonzern Diehl das jüngste Vorpreschen der Industrie. „Ich halte das für unglücklich“, sagte Diehl-Vorstandsmitglied Claus Günther am Mittwoch auf der ILA. Die Airbus-Gruppe hatte am Montag zusammen mit Dassault Aviation aus Frankreich und Alenia Aermacchi aus Italien das Programm MALE angekündigt. Dabei geht es um unbemannte Maschinen für mittlere Flughöhe und lange Flugdauer. Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte zurückhaltend reagiert und auf die für den Sommer geplante Parlamentsdebatte verwiesen. Auf der ILA sagte sie nichts zu dem Thema.

Diehl-Manager Günther verwies auf die hitzige Diskussion über unbemannte Drohnen. Deshalb hätte die Industrie bei dem für die Hersteller so wichtigen Thema gut daran getan, die grundsätzliche Klärung zur Beschaffung abzuwarten, sagte er. Am 30. Juni sollen im Parlament Experten angehört werden. Danach strebt die Koalition eine Einigung an.

Von

dpa

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