Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2012

19:00 Uhr

Schlecker-Insolvenz

Baden-Württemberg hilft bei der Darlehenssuche

Rund 70 Millionen Euro braucht die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker zur Zwischenfinanzierung. Dafür soll ein Kredit der KfW her. Das Bundesland Baden-Württemberg eilt zur Unterstützung herbei.

Eine Filiale der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker. dapd

Eine Filiale der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker.

StuttgartDas Bundesland Baden-Württemberg bemüht sich bei der staatlichen Förderbank KfW um einen Kredit für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker. Die Landesregierung werde dem Insolvenzverwalter helfen, einen KfW-Kredit zur Zwischenfinanzierung zu erhalten, teilten Wirtschaftsminister Nils Schmid und Sozialministerin Katrin Altpeter (beide SPD) am Freitag in Stuttgart mit. Mit dem Geld solle eine Transfergesellschaft für zu entlassende Angestellte gegründet werden. Zudem könnte die Firma damit vorerst ein verkleinertes Filialnetzes weiterbetreiben.

„Mit der Zwischenfinanzierung könnten wir eine arbeitnehmerfreundliche Lösung in der Kürze der Zeit möglich machen, weil dann die Gründung der Transfergesellschaft auf den Weg gebracht werden kann“, erklärten Schmid und Altpeter. Insolvenzverwalter, Gewerkschaftsvertreter sowie Politiker ringen seit Tagen intensiv um die Einrichtung einer Transfergesellschaft für die bis zu 12.000 Beschäftigten, die durch die Schlecker-Pleite bundesweit von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Die stark defizitäre Drogeriekette muss nach Aussage des Insolvenzverwalters rund 2400 von mehr als 5400 Filialen schließen.

Das grün-rot regierte Baden-Württemberg hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, die Zwischenfinanzierung von Auffanglösungen durch staatliche Bürgschaften absichern zu wollen. In dem Land ist die Unternehmenszentrale beheimatet, weshalb es der Ansprechpartner für das Anliegen ist. Andere Länder könnten sich an der Übernahme der finanziellen Risiken beteiligen.

Nach Medienberichten benötigt das insolvente Unternehmen rund 70 Millionen Euro, um die Kosten für eine Transfergesellschaft decken zu können, in der entlassene Angestellte bis zu ein Jahr lang geschult und bei der Jobsuche unterstützt werden, während sie sogenanntes Transferkurzarbeitergeld erhalten.

Die Gewerkschaft Verdi dringt vehement auf die Einrichtung einer solchen Gesellschaft. Entscheidungen müssen schnell fallen, da die Beschäftigten nur noch bis Ende März Insolvenzgeld erhalten und danach arbeitslos wären. Anfang nächster Woche sind neue Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter und Verdi über die Zukunft von Schlecker sowie Auffanglösungen für die vom Jobabbau betroffenen meist weiblichen Mitarbeiter geplant. Bundes- und Landesregierungen sind in die laufenden Verhandlungen auf verschiedenen Ebenen eng eingebunden.

Von

afp

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ACGlueck

09.03.2012, 19:13 Uhr

Warum Risiken per staatlicher absichern ? Wie wäre es mit einer Unternehmenswandelung zur AG ?

Joggi

09.03.2012, 19:22 Uhr

Jedes Jahr gehen mehrere tausend Firmen pleite, wo auch Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verliegen. Wo ist da der Staat/die Gewerkschaft oder die Politiker? Ich bin für Gleichbehandlung - also keine Profilierung auf Kosten der Steuerzahler!!!

KorrupteWelt

09.03.2012, 20:02 Uhr

...ich würde vielmehr es so deuten:" BW hilft bei der Abzocke und Verschwendung von Steuergeldern (der Unternehmer beherrschte nicht einmal normale Ausgaben und Einnahmenrechung) sowie bei der Insolvenzverschleppung! Das kenne wir ja schon aus der Politik, siehe Griechenland, Portugal, etc.! Prima gemacht Ihr "Geld- Steuerakrobaten"...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×