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01.06.2012

17:41 Uhr

Schlecker-Mitarbeiter schockiert

Die Hoffnung starb zuletzt

Viele Schlecker-Mitarbeiterinnen haben befürchtet, dass das Aus kommen würde. Doch als die Nachricht tatsächlich da ist, sind viele fassungslos. Aus vielen sprudelt der Frust nur so heraus.

Eine Schlecker-Mitarbeiterin muss die Abwicklung der Drogeriekette für sich verarbeiten. dpa

Eine Schlecker-Mitarbeiterin muss die Abwicklung der Drogeriekette für sich verarbeiten.

Köln/Münster„Wir müssen raus!“ - Der Satz mit dem Ausrufezeichen ist orange eingerahmt. Er preist vor einem kleinen Schlecker-Markt im Münsterland 60-Watt-Glühbirnen und Fliegenklatschen an. Er beschreibt aber auch die bittere Zukunft der beiden Mitarbeiterinnen in der Filiale.

Die Frauen in weiß-blauen Kitteln sind die klassischen Schlecker-Verkäuferinnen: 56 Jahre alt, der Firma immer treu ergeben und jetzt vor dem Nichts. Vor einer Minute ist das Fax mit der Hiobsbotschaft angekommen: Die Kette wird abgewickelt. „Ich könnte den ganzen Laden auseinandernehmen“, sagt eine der Frauen. Dann verfällt sie in dumpfes Schweigen.

Aus ihrer Kollegin dagegen sprudelt der Frust nur so heraus. „Wir haben hier wie die Sklaven gearbeitet. Wir sind früh gekommen, spät gegangen, haben keine Pause gemacht. Wir haben die Toiletten saubergemacht, Fenster geputzt.“ Und jetzt das. „Wir sind wirklich sauer. Das ist eine Katastrophe.“ Die 56-Jährige schaut immer wieder ungläubig auf das mehrseitige Fax. „Ende Juni“, liest sie halblaut. Dann sollen die Filialen schließen.

Nur zögernd kommt die Leiterin einer Filiale in der Kölner Altstadt aus dem Personalraum. „Ich hab schon geahnt, dass das nichts mehr wird“, sagt sie und schluckt hart. Dabei laufe ihr Laden gut: „Hier kaufen viele Touristen, wir haben viele Stammkunden, die mit uns gezittert haben.“ Die Frau zuckt hilflos die Schultern. „Tja, jetzt werde ich arbeitslos, nach 20 Jahren hier. Es wird schwer sein, was neues zu finden“, meint sie.

Kommentare (7)

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Ben

01.06.2012, 21:30 Uhr

Es mag ein wenig hart sein, aber niemand wurde gezwungen bei Schlecker anzufangen zu arbeiten und dann auch nach den heftigen Erfahrungen, die man so hörte, dort weiter zu bleiben. jeder, der in einer Firma arbeitet, merkt doch irgendwann, ob das Ding eine Zukunft hat. Und wenn es bei Schlecker die schlimmsten Arbeitsbedingungen gab, warum haben sich so viele denen ausgesetzt - dass keiner von denen eine Alternative fand, glaub ich nicht. Oder sie haben eben der Illusion aufgesessen, dass an unmöglichen Standorten in der Prärie mit einer Drogeriekette Geld zu verdienen sei. Nun ja - auch dann haben sie selbst etwas Mitverantwortung dafür.

muckababy

01.06.2012, 23:31 Uhr

Entweder bist du Lehrer oder Hartz IV Empfänger.
So einen saublöden Kommentar kann sonst keiner abgeben.
Man braucht einen Arbeitsplatz ums Eck, damit man auch die Familie schaukeln kann. Wir waren echte Manager.
Familie-Arbeit da kann man nicht in die 50 km entfernte Stadt fahren, weil man zu Hause schon sehnsüchtig von Mann und Kind erwartet wird. Da nimmt man schon einiges in Kauf.
Du solltest uns bewundern und nicht mitschuldig machen, du Schnösel.

RedelBlOEd-drafts-pub

02.06.2012, 00:02 Uhr

lustige Anagramme auf

SCHLeCK(a)r

und die schutz-"hells angel" nicht vergessen ...

Arbeitslager SIBIRIEN, damit ARbeit wieder frei machtr, nicht Herr Steuerstalker ...

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