Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2012

19:47 Uhr

Schlecker-Tochter

Keine Lösung für Ihr Platz absehbar

Das Ringen um die Überreste von Schlecker hält an. Angeblich interessieren sich mehrere Investoren für die Tochter Ihr Platz. Und der Schlecker-Clan will im Streit um die Insolvenzmasse wohl einen Deal einfädeln.

Das Logo der Drogeriemarktkette IhrPlatz an einer Filiale. dpa

Das Logo der Drogeriemarktkette IhrPlatz an einer Filiale.

Ehingen/StuttgartDas Ringen um die Zukunft der rund 4000 Angestellten der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz bleibt eine Hängepartie. Wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters Werner Schneider am Dienstag sagte, laufen Gespräche mit mehreren Investoren, die Interesse an den rund 490 Märkten haben. Details und Namen wollte er nicht nennen. Im Streit um die Insolvenzmasse von Anton Schlecker bahnt sich derweil nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ ein Kompromiss an.

In Sachen Ihr Platz zählt nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Dienstag die österreichische MTH Retail Group zum Kreis der Interessenten. Laut früheren Angaben ist auch der Münchner Investor Dubag dabei. Er hatte Anfang Juni über eine Kombi-Lösung verhandelt, die den Schlecker-Tochterfirmen IhrPlatz und Schlecker XL eine Zukunft sichern sollte. Am Ende scheiterten die Gespräche aber und vergangene Woche stand fest, dass im einstigen Schlecker-Imperium auch die mehr als 1100 XL-Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Schlecker-Tochter: Neue Hoffnung für IhrPlatz

Schlecker-Tochter

Neue Hoffnung für IhrPlatz

Für die 4000 Beschäftigten gibt es Hoffnung: Mehrere Investoren sind interessiert.

Zu den Ihr Platz-Verhandlungen machte Schneiders Sprecher keine genaueren Angaben. Der Austausch sei rege, ein Ende der Gespräche aber nicht absehbar.

In aller Regel dürfte sich Schneider zunächst um eine Paketlösung bemühen - also um den Verkauf aller 490 Märkte. Die Vorgabe laut Insolvenzrecht ist es dabei, dass die Gläubiger im Falle einer Unternehmensfortführung nicht schlechter abschneiden dürfen als bei einer sofortigen Abwicklung des Betriebes mit der Versilberung aller Restwerte wie etwa Waren, Lagerbestände und Büroeinrichtungen.

Erst wenn die Verhandlungen für die Paketlösung scheitern, dürfte Schneider zur Notlösung greifen und die Filetstücke von Ihr Platz einzeln anbieten.

So hatte beispielsweise die Karlsruher Drogeriemarktkette dm Interesse an bis zu 80 Ihr Platz- oder XL-Märkten angekündigt. „Logistisch ließen sich die Märkte sofort integrieren, eine Umstellung auf unser Ladenbild könnten wir zeitnah vollziehen“, erklärte dm-Chef Erich Harsch Mitte Juni in einer Mitteilung.

Unterdessen hat die Schlecker-Unternehmerfamilie im Streit um die Vermögensverhältnisse des Firmenpatriarchen Anton Schlecker laut „Stuttgarter Nachrichten“ dem Insolvenzverwalter einen millionenschweren Vergleich angeboten. Die Summe der Vermögensverschiebungen, die Verwalter Arndt Geiwitz theoretisch einfordern könne, betrage zwischen fünf und zehn Millionen Euro. In diesem Rahmen liege nun auch das Vergleichsangebot der Familie.

Das Blatt zitiert Personen, die mit dem Vorgang betraut sind. Die Forderungen der Gläubiger belaufen sich insgesamt auf 750 Millionen Euro. Der Sprecher des Insolvenzverwalters wollte am Dienstag keine Stellung zu dem Bericht nehmen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Lokfrosch

06.07.2012, 17:28 Uhr

Jeder Tag,der mit diesem Poker so weiter geht,ist nur schädlich.Die Läden sind leer,die Kunden laufen weg,das Image nimmt Schaden.Was will der Verwalter eigentlich noch verkaufen?Es sind doch nur noch der Name und die Standorte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×