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26.02.2013

17:28 Uhr

Schleppende Geschäfte

Schuhhändler im Reduzierzwang

Vor allem kleine Schuhhändler müssen um Kunden kämpfen. Vom boomenden Geschäft im Internet profitiert nur eine Minderheit. Verbraucher können sich über Reduzierungen und die Aussicht auf stabile Preise freuen.

Schuhpräsentation anlässlich der Messe GDS in Düsseldorf. dpa

Schuhpräsentation anlässlich der Messe GDS in Düsseldorf.

DüsseldorfSchleppende Geschäfte mit neuen Tretern: Nur etwa jeder fünfte deutsche Schuhhändler rechnet nach einer am Dienstag vorgelegten Analyse des Bundesverbands des deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen.

Um die Kauflust anzukurbeln, musste bereits im vergangenen Jahr fast jeder zweite Händler (43,3 Prozent) nach eigenen Angaben verstärkt den Rotstift zücken und Preise reduzieren. Durch den anhaltend harten Wettbewerb in der Branche können Verbraucher nach Einschätzung von Experten in diesem Jahr auf weitgehend stabile Schuhpreise hoffen.

Warum die Deutschen Online-Shopper sind

Eine Welt ohne Online-Shopping?

„Aus heutiger Sicht wäre das der Weg zurück in die Steinzeit“, lautete eine Antwort auf diese Frage. E-Commerce hat sich fest in den Alltag der meisten Menschen integriert. Die Deutschen sind insgesamt besonders positiv eingestellt. 61 Prozent der Deutschen Online-Shopper möchten auf diese bequeme Art des Einkaufs nicht mehr verzichten.

Faktor Zeit

„Zu den Zeiten einkaufen, die in mein Leben passen“ nennen in Deutschland vier von fünf Konsumenten als wichtigsten Vorteil. Eine echte Zeitersparnis haben 57 Prozent festgestellt. Mehr Zeit zu haben, empfinden dabei die meisten Deutschen als eine Entlastung im Alltag: 63 Prozent geben an, „viel weniger Stress beim Einkaufen als früher in der Stadt“ zu haben. 55 Prozent geben an, sich entspannter zu fühlen.

Faktor Angebotsvielfalt und Preis

„Genau das Produkt, das ich suche“ finden in der Regel zwei Drittel der Online-Shopper. Und zwar sehr schnell und zum günstigsten Preis. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt an, im Internet oft besonders individuelle Produkte zu finden, 62 Prozent schätzen es, dass sie Produkte finden, „die man im Geschäft beziehungsweise via Katalog nicht bekommen würde“.

Faktor Selbstbestimmung

Die Mehrheit der Käufer erlebt sich im Internet als „empowered consumer“. Zwei Drittel der Online-Shopper halten sich für besser informiert über Angebote und Preise als früher, nutzen gerne Bewertungen anderer Kunden und meinen, dass Konsumenten heute durch Kommentarfunktion und Empfehlungen beim Online- Kauf viel mehr Einflussmöglichkeiten haben.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Mit neuen Trends will die Branche die Geschäfte auch in der nun anlaufenden Herbst- und Wintersaison 2013/2014 wieder ankurbeln. Vorgestellt werden die neuen Modelle bei der Schuhmesse GDS, zu der rund 840 Aussteller vom 13. bis 15. März in Düsseldorf erwartet werden.

Die neue Trendfarbe Schwarz dürften allerdings auch wenig modemutige Schuhmuffel bereits im Schrank haben. Trendexpertin Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut (DSI) riet bei der Vorstellung der Messeneuheiten am Dienstag allerdings zu „mörderischen High Heels“ und „waffenscheinpflichtig“ zugespitzten Modellen.

Die größten Textileinzelhändler Europas

Der Bekleidungsmarkt in Europa

Auch wenn es viele bekannte Modeketten gibt – ihr jeweiliger Marktanteil ist recht gering. Das hängt nur teilweise mit dem Online-Handel zusammen. Vor allem vertreiben auch Discounter wie Aldi oder Lidl viel Bekleidung. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2012.

H&M

4,71 Prozent Marktanteil in Europa

Inditex (Zara u.a.)

3,93 Prozent

C&A

2,21 Prozent Marktanteil

Marks&Spencer

1,68 Prozent

Next

1,53 Prozent

Primark

1,36 Prozent

Arcadia

1,2 Prozent

Esprit

0,85 Prozent

TK Maxx

0,8 Prozent

Kik

0,65 Prozent

Quelle

Mintel (über statista.de)

Spitze Schuhe sollen künftig sogar die Füße von männlichen Geschäftsleuten zieren. „Mit schwarzen Schuhen kann man nicht viel falsch machen“, versuchte die Expertin eventuelle Bedenken zu zerstreuen. Erwartet wird allerdings auch ein Trend zu Bequemschuhen.

Vor allem die große Zahl der kleinen Schuhfachgeschäfte in Deutschland müssen derzeit auf bessere Zeiten hoffen. Während die Umsätze der Schuhhandelsbranche im vergangenen Jahr bei rund acht Milliarden Euro weitgehend stabil blieben, mussten vor allem die kleinen Händler nach Angaben des Verbands Einbußen hinnehmen. Im vergangenen Jahr hätten vier von zehn Schuhhändlern (41 Prozent) über Umsatzrückgänge geklagt. Bei 43 Prozent der befragten Schuhfachhändler sei die Zahl der Kunden rückläufig gewesen.

Zu den Gewinnern zählten dagegen die Anbieter von Schuhen im Internet. Bereits mehr als jeder zehnte Schuh (11 Prozent) wird nach den Ergebnissen einer Analyse des Forschungsinstituts Infratest ganz ohne Anprobe per Mausklick im Internet bestellt. Das Problem vieler Schuhhändler: Mehr als vier von fünf (82,3 Prozent) haben keinen eigenen Online-Vertrieb.

Von

dpa

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