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27.01.2007

16:42 Uhr

Schlichtung erfolgreich

Einigung im Fluglotsen-Tarifkonflikt

Im Tarifstreit der deutschen Fluglotsen gibt es offenbar eine Einigung. Damit ist der seit Wochen drohende Streik der Fluglotsen voraussichtlich abgewendet.

HB STUTTGART/FRANKFURT. Bei den Schlichtungsverhandlungen unter Leitung der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin hätten die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) einen Kompromiss erzielt, teilten die Verhandlungsteilnehmer mit. Allerdings müssten noch die Tarifkommissionen des bundeseigenen Unternehmens und der Gewerkschaft bis kommenden Donnerstag zustimmen. Details würden daher noch nicht genannt. Der vor drei Wochen in letzter Minute abgewendete Lotsenstreik sei damit vorerst aber vom Tisch.

Die Gewerkschaft forderte für die 5 300 Beschäftigten der Flugsicherung – darunter die 1 800 Lotsen – vier Prozent mehr Lohn sowie Einmal- und Ausgleichszahlungen für veränderte Gehaltsstrukturen von gut 10 000 Euro. Das Unternehmen bot vor Beginn der Schlichtung bisher drei Prozent mehr Gehalt und 1 750 Euro Einmalzahlung. Zudem sollte eine Ausgleichszahlung für eine Neuordnung der Gehaltsstufen angeboten werden.

Däubler-Gmelin sprach bei Bekanntgabe des Ergebnisses in einem Stuttgarter Hotel von einer sehr guten und komplexen Vereinbarung, die die Vertreter der DFS und der GdF in fünf „extrem mühevollen Tagen“ erzielt hätten. Beide Seiten seien bis an ihre Schmerzgrenze gegangen. Auch der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Dirk Vogelsang, berichtete von einer „außerordentlich schwierigen Schlichtung“. Die Gewerkschaft will laut Vogelsang das Ergebnis ihren Gremien am Donnerstag zur Abstimmung vorlegen. Vogelsang sagte aber zugleich, er seit guten Mutes, dass der Tarifkonflikt ein baldiges Ende haben werde.

Die DFS hatte die Schlichterin am 8. Januar angerufen, nachdem die GdF einen Streik angekündigt hatte. Der Antrag auf Schlichtung setzt eine Friedenspflicht in Kraft, in der Arbeitskämpfe nicht zugelassen sind. Eine erste Sitzung hatte es am Freitag vergangener Woche, eine zweite und dritte am Montag und Donnerstag dieser Woche gegeben. Am Freitag hatten sich die Tarifparteien zum vierten Mal getroffen.

Die DFS mit Sitz in Langen bei Frankfurt am Main ist für die Kontrolle fast des gesamten Luftraums über der Bundesrepublik verantwortlich, mit täglich mehr als 8 000 Überflügen einer der verkehrsreichsten weltweit. Sie ist an bundesweit 19 internationalen und regionalen Flughäfen vertreten, aber auch die übrigen Flughäfen stehen unter ihrer Aufsicht. Die frühere Bundesbehörde wurde Anfang der 90er Jahre privatisiert, befindet sich aber noch im Besitz des Bundes.

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