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05.01.2007

11:00 Uhr

Schlichtung soll Streik abwenden

Lotsen lassen Flugsicherung abblitzen

Ein Verhandlungsangebot der Flugsicherung im Fluglotsen-Tarifstreit hat die Gewerkschaft GdF abgelehnt. Voraussichtlich ist der drohende Streik dennoch vom Tisch, so hieß es am Freitag zumindest in Verhandlungskreisen. Andernfalls könnte es bereits am Wochenende zu Arbeitsausständen kommen.

Ein Flugverkehrslotse im Tower des Flughafens Dresden. Archiv-Foto: ap ap

Ein Flugverkehrslotse im Tower des Flughafens Dresden. Archiv-Foto: ap

HB FRANKFURT. „Es gibt eindeutige Signale, dass es vorerst nicht zu einem Lotsenstreik kommt“, sagten am Freitag mehrere mit dem Tarifstreit vertraute Personen. Die bundeseigene Deutsche Flugsicherung werde höchstwahrscheinlich die Schlichtung anrufen, erfuhren mehrere Nachrichtenagenturen unabhängig voneinander. Als Schlichterin sei die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) vorgesehen. In diesem Fall würde für 14 Tage eine Friedenspflicht gelten. Nach Ablauf der Frist wären Streiks aber wieder möglich.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung lehnte unterdessen das Verhandlungsangebot der Arbeitgeber im Tarifstreit ab. Das Angebot sei insgesamt unzureichend, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Die Gewerkschaft halte deshalb an dem für die nächsten Tage geplanten Streik der Fluglotsen fest. Allerdings schloss auch Gewerkschafts-Sprecher Marek Kluziak eine Schlichtung nicht mehr aus. „Wir spielen fair“, hieß es.

Die DFS erklärte, die Schlichtung sei eine Option, aber noch nicht entschieden. Das Unternehmen bietet drei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 1750 Euro für die 5300 Beschäftigten, darunter 1800 Fluglotsen. Die Gewerkschaft fordert neben einer Einmalzahlung vier Prozent mehr Geld.

Nach bisherigen Plänen sollte der erste Fluglotsenstreik in Deutschland binnen weniger Tage beginnen. Drei Viertel der täglich im Schnitt 8000 Flüge in und über Deutschland wären dann ausgefallen. Davon wären europaweit umgehend hunderttausende Passagiere betroffen.

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