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23.10.2011

18:22 Uhr

Schmiergeld-Affäre

Metro will Media Markt-Chef beurlauben

Die Korruptionsaffäre beim Elektronikhändler Media Markt weitet sich womöglich aus. Nach der Festnahme eines Managers durch die Staatsanwaltschaft Augsburg, wird nun der Deutschlandchef des Unternehmens beurlaubt.

Die Zentrale von Media Markt und Saturn im oberbayerischen Ingolstadt. dpa

Die Zentrale von Media Markt und Saturn im oberbayerischen Ingolstadt.

Düsseldorf/FrankfurtDer Handelskonzern Metro will den Chef des von einer Korruptionsaffäre gebeutelten Elektronikhändlers Media Markt beurlauben. Ein Metro-Sprecher bestätigte am Sonntag einen Bericht der „Bild am Sonntag“, wonach der Haupteigner Metro bei den Minderheitsgesellschaftern auf eine Suspendierung des Managers dringe: „Wir haben einen entsprechenden Antrag gestellt.“ Was Metro dem Manager vorwirft, blieb offen.
Media-Markt-Deutschland-Chef Michael Rook gehört auch der Geschäftsführung der gemeinsamen Dachgesellschaft der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn an. Ein Sprecher der Media-Saturn-Holding wollte sich am Sonntag nicht zu dem Thema äußern.

Am Mittwoch waren fünf Personen unter dem Verdacht der Korruption bei Media Markt festgenommen worden. Dabei handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Augsburg um einen für Süddeutschland zuständigen Media-Markt-Manager, dessen Ehefrau und drei Geschäftspartner. Hintergrund sei der Verdacht, dass ein Geschäftsmann 3,5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt und im Gegenzug exklusiv DSL-Verträge in den Märkten angeboten haben soll - ein lukratives Geschäft.

Insgesamt werde gegen 19 Personen ermittelt. Media-Saturn will sich nach eigenen Angaben von dem Manager trennen. Zudem prüfe das Unternehmen Schadenersatzansprüche gegen die Beteiligten.

Im Juli waren Fahnder ausgerückt und hatten Büros und Wohnungen im Zusammenhang mit den Vorwürfen durchsucht. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden dabei Computer und Unterlagen beschlagnahmt. Media-Saturn hatte erklärt, der Staatsanwaltschaft bereits im Januar einen Hinweis auf Unregelmäßigkeiten gegeben zu haben.

Die untereinander zerstrittenen Gesellschafter von Media-Saturn hatten nach Angaben von Metro-Chef Eckhard Cordes bereits über den Fall gesprochen, aber bisher keine Einigung über Konsequenzen erzielt. Bei Media-Saturn tobt ein Machtkampf zwischen dem der Konzernmutter Metro und den Media-Saturn-Alteignern. Metro-Chef Eckhard Cordes will umfassende Vetorechte der Minderheitsaktionäre aushebeln. Der Streit ging auch vor Gericht.

Von

rtr

Kommentare (3)

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ehrlichkeitschadetnicht

24.10.2011, 10:02 Uhr

Auch hier gilt: Wieso haben wir nicht ein offenes und transparentes Geld- und Warensystem?
Dor wäre Betrug und die ganzen "Schiebereien" von Haus aus nicht möglich, denn alles ist nachvollziehbar. Ein weiterer Effekt ist, dass wir nicht mehr vom Staat kontrolliert werden brauchen, da ohnehin alles nachvollziebar ist - allerdings können wir als Bürger den Spieß dann umdrehen und dann mal so eben nachschauen, welche Geldströme an wen für welche Leistung geflossen sind ... Schöne Idee? Stammt aus dem Buch "spielgeld - ein neues Wirtschaftssytem"

Account gelöscht!

24.10.2011, 10:25 Uhr

@ ehrlichkeitschadetnicht : so blöd ist Ihre Idee nicht; in anderen Ländern (z.B. Schweden) basieren die Steuersysteme auf einem recht transparenten Datennetz - gestorben ist daran offensichtlich noch niemand.

ehrlichkeitschadetnicht

24.10.2011, 19:38 Uhr

Danke für die Einschätzung.... Denke, dass diese Überlegung so neu für die Menschen ist, dass die darauf nicht reagieren oder noch nicht... Die meisten Leute haben doch ohnehin nichts zu verlieren, da zu arm! Also lasst uns anfangen:)

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