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27.06.2016

20:18 Uhr

Schneider folgt auf Bulcke

Ein Deutscher wird neuer Chef bei Nestlé

Beim weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestlé kommt es Anfang 2017 zu einem Führungswechsel: Der bisherige Fresenius-Chef Ulf Schneider übernimmt den Posten von Paul Bulcke, der Verwaltungsratschef werden soll.

Der Manager des Gesundheitskonzerns Fresenius soll Anfang 2017 Firmenchef bei Nestle werden. AP

Ulf Mark Schneider

Der Manager des Gesundheitskonzerns Fresenius soll Anfang 2017 Firmenchef bei Nestle werden.

ZürichNestlé beruft überraschend den bisherigen Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius zum neuen Konzernlenker. Der 50-jährige Ulf Mark Schneider werde das Amt Anfang 2017 übernehmen, wie Nestlé am Montag mitteilte. Er folgt auf Paul Bulcke, der nach acht Jahren an der Spitze Ende 2016 zurücktritt und sich wie erwartet auf der Generalversammlung im kommenden Frühjahr zum neuen Verwaltungsratschef küren lassen will.

Die Wahl von Schneider kommt überraschend. Viele Experten hatten darauf getippt, dass Nestlé in bewährter Manier einen internen Kandidaten wählt. Als Favoriten galten unter anderen Asien-Chefin Wan Ling Martello und Amerika-Chef Laurent Freixe. Doch der Verwaltungsrat entschied sich für einen konzernfremden Manager. „Das Board hat interne und externe Kandidaten geprüft und sich dann für Herrn Schneider entschieden“, sagte ein Nestlé-Sprecher.

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An der Strategie des Nahrungsmittelriesen ändere sich damit nichts, erklärte die Firma. Unter dem neuen Chef will Nestlé die beiden Gesundheitssparten Health Science und Skin Health vollständig integrieren und direkt an den neuen Konzernlenker anbinden. Dieser bekam von seinem künftigen Chef Bulcke bereits eine große Portion Vorschusslorbeeren: „Ulf Mark Schneider bringt eine ganze Reihe von erwiesenen und anerkannten beruflichen und persönlichen Fähigkeiten ein, die die erfahrene Führungsriege und die Kultur des Unternehmens ausgezeichnet ergänzen“, sagte Bulcke. Schneider soll bereits Anfang September zu Nestlé stoßen, um sich einzuarbeiten.

Das Schweizer Unternehmen, das in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert, hatte das renditeträchtige Gesundheitsgeschäft bereits in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut. Im Gegenzug hatte sich Nestlé von weniger gewinnträchtigen Sparten getrennt. Denn der Konzern steht nach einem Lebensmittelskandal in Indien und wegen des sinkenden Appetits vieler Konsumenten auf Fertigprodukte unter Druck: Für das laufende Jahr erwartet Nestlé ein stagnierendes organischen Wachstum von 4,2 Prozent. Es wäre das vierte Jahr in Folge, in dem der Konzern sein selbst gestecktes Wachstumsziel von fünf bis sechs Prozent verfehlt.

Schneider soll nun Abhilfe schaffen. Der deutsch-amerikanische Manager steht seit 2003 an der Spitze von Fresenius. Während seiner Amtszeit hat sich der Umsatz des Konzerns in etwa vervierfacht. Am Sonntag hatte das deutsche Unternehmen angekündigt, Schneider verlasse Fresenius Ende Juni auf eigenen Wunsch. Bei dem Dax-Unternehmen übernimmt nun Finanzvorstand Stephan Sturm zum 1. Juli 2016 das Ruder.

Von

rtr

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