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12.01.2011

15:14 Uhr

Schrumpfender Umsatz

Media-Markt kündigt Werbeagentur

Laute Werbekampagnen ("Ich bin doch nicht blöd") waren mitverantwortlich für den Erfolg von Media-Saturn. Doch jetzt stagnieren die Umsätze der Metro-Tochter in Deutschland. Das hat Folgen für die Werbeagentur von Media Markt.

Kunde in einer Münchener Media-Markt-Filiale: Die Kette wechselt die Werbeagentur. Quelle: dpa

Kunde in einer Münchener Media-Markt-Filiale: Die Kette wechselt die Werbeagentur.

cuk/HB DÜSSELDORF/INGOLSTADT. Der Handelsriese Metro greift bei seiner schwächelnden Elektronikkette Media Markt weiter durch: Nachdem die Tochter 2010 in Deutschland erstmals seit Jahren stagnierende Umsätze verbuchte, kündigte das Unternehmen am Mittwoch die Trennung von der Werbeagentur Kempertrautmann an.

Mitte dieses Jahres werde die fast siebenjährige Zusammenarbeit beendet, teilte Media Markt in Ingolstadt mit. Künftig wolle man in der Werbung verstärkt multimediale Wege gehen und unterschiedliche Agenturmodelle prüfen.

Doch klar ist: Werbung allein beflügelt den Umsatz in den Läden nicht mehr. 453 Millionen Euro haben die beiden Ketten in den ersten elf Monaten 2010 für Werbung ausgegeben - mehr als im Media-Markt-Jubiläumsjahr 2009. Trotzdem ging der Umsatz in Deutschland nach Schätzung eines Analysten um mehr als sechs Prozent zurück und schrumpfte in Europa insgesamt.

Media-Saturn hat es bislang nicht geschafft, eine überzeugende Online-Strategie zu entwickeln. Deshalb bahnt sich jetzt ein Machtkampf an. Intern nimmt Metro die Minderheits-Anteilseigner, die Gründerfamilien Stiefel und Kellerhals, ins Visier: Sie hätten Neuerungen verhindert. Jetzt aber, so hieß es, gebe es "keine Toleranz mehr mit Nicht-Leistungsträgern".

Ein erstes Signal sei der Verkauf der französischen Saturn-Märkte im Herbst gewesen - und der Rauswurf des Media-Saturn-Chefs Roland Weise im Dezember. Er habe sich schließlich gegen einen Online-Shop gesperrt - und von der ersten Eröffnung eines Ladens in Schanghai im vergangenen Jahr sei er auch nicht sonderlich begeistert gewesen, heißt es in der Metro-Zentrale. Der neue Chef Horst Norberg solle endlich einen Onlineladen starten und das China-Geschäft ausbauen, heißt es bei Metro.

Kommentare (4)

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normen

12.01.2011, 19:46 Uhr

ich gebe nichts auf die Werbung von denen, Prospekte werden ungelesen entsorgt. Die kleinen Händler sind oftmals sogar günstiger u. persönlicher. Wollte mich über Produkte schnell informieren wie Stromverbrauch Standby ..., im internet geschaut, u. dann Händler vor Ort. Die schriftlichen Angaben sind mangelhaft, persönlicher Kontakt meistens auf wenige Produkte beschränkt.

Matti

12.01.2011, 20:01 Uhr

Vielleicht liegen die stagnierenden/schrumpfenden Umsätze auch an der mangelnden Verkaufsberatung der Verkäufer. Erst vor zwei Tagen wieder live im Mediamarkt erlebt. Meine Schwester wollte ein Laptop für fast 1000,00 € einer bestimmten Marke kaufen. Dieses hatte Sie auf der internetseite vom Mediamarkt gesehen. Genau das Modell war im Laden aber nicht verfügbar und auch nicht zu bestellen (man fragt sich warum?). Sie bat den Verkäufer ihr ein vergleichbares Laptop zu zeigen. Dazu war er nicht in der Lage. Meine Schwester wollte nichts exotisches haben. Hatte aber genaue Vorstellungen von den Eigenschaften. Wir haben dann bei der Konkurrenz gekauft. Diese hatte das Wunschmodell auch nicht am Lager. Man konnte uns aber Alternativen zeigen. insgesamt hat meine Schwester für über 1300,00 € eingekauft. Aber eben nicht im Mediamarkt.

Incognito

12.01.2011, 22:23 Uhr

Wen wundert es bitte dass sie ihrer Werbeagentur gekündigt haben bei solch inhaltslosen Werbeflosken. Wenn ich mir schon das neue "Geil ist geil" von Saturn anhören muss wird mir schon speiübel. Verdummung auf ganzer Linie! Mit so einem Spruch können sie vielleicht die ganzen bild, RTL-Zuschauer etc. erreichen, die sollen ja aber mittlerweile einen großteil der Deutschen bevölkerung ausmachen. Traurig sowas.

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