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11.09.2013

16:23 Uhr

Schuhhersteller

Ledermangel lässt die Preise steigen

Teurere Schuhe durch weniger Schlachtungen: Weil die Schuhhersteller Probleme haben, sich mit dem Rohmaterial Leder zu versorgen, steigen die Durchschnittspreise. Auch, weil andere Branchen das Leder wegkaufen.

Ohne Leder keine Markenschuhe: Das klassische Rohmaterial wird knapp. dpa

Ohne Leder keine Markenschuhe: Das klassische Rohmaterial wird knapp.

DüsseldorfSchuhe sind deutlich teurer geworden: Die Preise seien in den ersten sieben Monaten des Jahres um 2,1 Prozent gestiegen, berichtete die Präsidentin des Bundesverbands des deutschen Schuheinzelhandels (BDSE), Brigitte Wischnewski, am Mittwoch zum Start der Schuhmesse GDS in Düsseldorf. Trotz der zum Teil frühzeitigen Reduzierungen für die Sommersaison seien die Durchschnittspreise für Schuhe weiter angestiegen. Während Herrenschuhe im Schnitt 72,60 Euro kosteten, lagen neue Damenschuhe bei 58,90 Euro und neue Kinderschuhe bei 40,40 Euro.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie, Ralph Rieker, warnte vor Engpässen bei der Versorgung mit Leder. Der Zugang zur Rohware Leder werde für die gesamte Schuhindustrie immer schwieriger, sagte er.

Die größten Textileinzelhändler Europas

Der Bekleidungsmarkt in Europa

Auch wenn es viele bekannte Modeketten gibt – ihr jeweiliger Marktanteil ist recht gering. Das hängt nur teilweise mit dem Online-Handel zusammen. Vor allem vertreiben auch Discounter wie Aldi oder Lidl viel Bekleidung. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2012.

H&M

4,71 Prozent Marktanteil in Europa

Inditex (Zara u.a.)

3,93 Prozent

C&A

2,21 Prozent Marktanteil

Marks&Spencer

1,68 Prozent

Next

1,53 Prozent

Primark

1,36 Prozent

Arcadia

1,2 Prozent

Esprit

0,85 Prozent

TK Maxx

0,8 Prozent

Kik

0,65 Prozent

Quelle

Mintel (über statista.de)

Hintergrund seien weniger Häute durch sinkende Schlachtraten sowie eine steigende Nachfrage anderer Branchen wie etwa der Automobil- und Möbelindustrie. „Im Extremfall könnte das heißen, dass gewisse Preislagen nicht mehr aus Leder sein können“, sagte Rieker. Preise von neun Euro für ein Paar Lederschuhe seien dann Vergangenheit.

Rieker warnte vor der Umsetzung von Bestrebungen der EU-Kommission zur verpflichtenden Kennzeichnung des Herkunftslandes von Produkten. „Eine Herkunftsbezeichnung ist nach unserer Auffassung weder im Interesse des Verbrauchers noch im Interesse der Branche“, sagte er. Für den Verbraucher sei vor allem die Produktqualität entscheidend. Die Angabe des Herkunftslandes sage darüber nichts aus, sagte er. Erst in dieser Woche hatte sich die deutsche Möbelindustrie im Kampf gegen Billigimporte für die Einführung einer Herkunftsbezeichnung ausgesprochen.

Dagegen bestehe die Gefahr, dass manche Länder „pauschal diskriminiert“ würden, warnte Rieker. Von knapp 297 000 Millionen Paar Schuhen, die im ersten Halbjahr 2013 nach Deutschland importiert wurden, stammte mehr als die Hälfte auch China (52 Prozent). Zweitgrößter Exporteur nach Deutschland war Vietnam mit einem Anteil von 12 Prozent.

Von

dpa

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