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16.05.2013

12:26 Uhr

Schutz von Textilarbeitern

31 Konzerne treten Arbeiterschutz-Abkommen bei

Gewerkschaften sprechen von einem Wendepunkt: Nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch haben sich Konzerne in einem Abkommen zum besseren Schutz von Textilarbeitern verpflichtet. Manche Unternehmen scheren allerdings aus.

Textilfabriken in Asien: Mit dem Abkommen verpflichten sich die Konzerne, den Brandschutz und die Gebäudesicherheit in den Fabriken zu erhöhen. dpa

Textilfabriken in Asien: Mit dem Abkommen verpflichten sich die Konzerne, den Brandschutz und die Gebäudesicherheit in den Fabriken zu erhöhen.

Genf/ DhakaDrei Wochen nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch ist ein Abkommen von 31 führenden Handelskonzernen der Textilbranche für mehr Sicherheit in Kraft getreten. „Dies ist ein Wendepunkt“, erklärte am Donnerstag der internationale Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union in Genf. „Die Umsetzung beginnt jetzt.“ Die Vereinbarung soll Millionen Arbeiter in Textilfabriken in Bangladesch besser schützen. Damit reagieren die Unternehmen auf Forderungen der Gewerkschaften nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes am 24. April nahe Dhaka mit mehr als 1100 Toten.

Die Frist für die Unterzeichnung des Abkommens war um Mitternacht in der Nacht zu Donnerstag abgelaufen. „Ziel ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Lebens der am meisten ausgebeuteten Arbeitskräfte der Welt, die unter gefährlichen Verhältnissen 38 Dollar im Monat verdienen“, sagte Jyrki Raina, Generalsekretär der an der Ausarbeitung des Abkommens beteiligten Gewerkschaft IndustriALL Global Union. Die Konzerne verpflichten sich, den Brandschutz und die Gebäudesicherheit in den Fabriken zu erhöhen.

Insgesamt sind in das Abkommen laut Gewerkschaftsangaben mehr als 1000 Zulieferbetriebe und Zwischenhändler und damit ein großer Teil der rund vier Millionen Textilarbeiter in Bangladesch eingebunden. Unter dem Eindruck der jüngsten Katastrophe in Bangladesch schlossen sich innerhalb weniger Tage die meisten der großen Handelsketten - darunter H&M, C&A, Tschibo, Primark, Aldi, Zara, Benetton und Abercrombie & Fitch - der Vereinbarung an.

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Die US-Konzerne Gap und Walmart - das weltgrößte Einzelhandelsunternehmen - hätten sich jedoch bislang geweigert, erklärte Philip Jennings, Generalsekretär von UNI Global Union. Dies sei „ein Fehler, den die Konsumenten nicht vergessen werden“, sagte er. Walmart teilte mit, der Konzern werde eigene Kontrollen in allen 279 Fabriken durchführen, die in Bangladesch für ihn produzieren.

Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) kritisierte, auch deutsche Unternehmen hätten das Abkommen nicht unterzeichnet. „Sie wollen an bestehenden Konzepten festhalten.“ Gisela Burckhardt von der CCC sagte, die jüngste Katastrophe in Bangladesch habe gezeigt, „dass bisherige Kontrollen die Probleme mehr vertuschen als offenlegen. Wir fordern die Verweigerer auf, ihre Entscheidung zu überdenken und zu berücksichtigen, dass ihr Vorgehen Menschleben gefährdet.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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vandale

16.05.2013, 13:33 Uhr

Wenn ein Prüfer kommt, so werden die ganz jungen MA nach Hause geschickt, die Fabrik geputzt, die Schlösser vor den Notausgängen abgenommen....

Damit werden wiederum sinnlose Kosten zu Lasten der Verbraucher generiert.
Profitieren werden Prüforganisationen und NGO.

Vandale

Energystar

16.05.2013, 13:46 Uhr

@Vandale

Sie haben vollkommen Recht - genauso so verfährt man ja auch in deutschen und europäischen ATOMKRAFTWERKEN!

Das einzige worum es geht, ist uns dummen Bürgern eine Sicherheit vorzugaukeln, die es nicht mal auf dem Papier gibt.

Eigenartig nur, dass Sie dies in der Textilindustrie anerkennen können und die Kernenergie abgöttisch verteidigen. Oder fallen Sie auch auf die Berichterstattung der Atomindustrie herein.

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