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05.07.2014

15:14 Uhr

Schwaches Fernost-Geschäft

Lufthansa vertieft Bündnis mit Air China

Auf Fernoststrecken setzen die Scheich-Fluglinien der Lufthansa stark zu. Deswegen will sie offenbar mit Air China ein Gemeinschaftsunternehmen gründen und auf ausgewählten Strecken mit Billigflügen kontern.

Die Lufthansa ist bereits Gemeinschaftsunternehmen auf bestimmten Strecken eingegangen. So betreibt sie eines nach Japan mit der Fluggesellschaft ANA, bei dem die Umsätze geteilt werden. dpa

Die Lufthansa ist bereits Gemeinschaftsunternehmen auf bestimmten Strecken eingegangen. So betreibt sie eines nach Japan mit der Fluggesellschaft ANA, bei dem die Umsätze geteilt werden.

FrankfurtDie Lufthansa steht einem Zeitungsbericht zufolge vor einem engeren Bündnis mit der Air China. Geplant sei die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, um künftig Streckennetze und Flugpläne aufeinander abzustimmen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in ihrer Samstagausgabe. Ein Lufthansa-Sprecher wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr begleitet derzeit zusammen mit einer Delegation von deutschen Top-Managern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrer Reise nach China. Bei einem Treffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping will Merkel die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter festigen.

Die Lufthansa hatte bereits im Mai erklärt, eine tiefere Zusammenarbeit mit Air China auszuloten. Die Gespräche liefen, aber es sei noch nicht absehbar, wann eine Einigung erreicht werden könne, hatte Finanzchefin Simone Menne gesagt. Der FAZ zufolge will Spohr nun am Wochenende die Gründung eines Joint Ventures beider Fluggesellschaften, die seit Jahren über das internationale Servicenetzwerk "Star Alliance" verbunden sind, vertraglich besiegeln.

Die drei großen Airlines vom Golf

Newcomer in der Luftfahrt

Vor allem die Golf-Airlines Emirates, Etihad und Qatar Airways mischen das weltweite Luftfahrtgeschäft auf. Sie zählen zu den Großkunden der Flugzeughersteller Airbus und Boeing.

Emirates mit großer Marktmacht

Schlagzeilen macht vor allem Emirates, die rasant wachsende Airline aus dem Golf-Emirat Dubai. Sie schreckt europäische Konkurrenten wie die Lufthansa auf und spielt auch gegenüber den Flugzeugbauern ihre Marktmacht aus. Emirates ist der weltweit größte Betreiber der Großraumjets Airbus A380 und Boeing 777. Erst im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ihre Bestellungen für den Superjumbo A380 von 90 auf 140 Maschinen aufgestockt.

Dubai soll zum Weltumsteige-Flughafen werden

Geführt wird die Airline vom Briten Tim Clark, das uneingeschränkte Sagen hat jedoch Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, der zugleich Chef des Flughafens und der Luftfahrtbehörde ist. Er treibt seit Jahren seine Pläne voran, Emirates zur führenden Airline und Dubai zum Weltumsteige-Flughafen zwischen Europa und Asien zu machen. Nach Angaben der Gruppe lag der Jahresumsatz zuletzt bei knapp 24 Milliarden Dollar (rund 18 Milliarden Euro).

Etihad startete auf königlichen Erlass

2003 hob Etihad, die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate, erstmals ab – auf königlichen Erlass. Der Rivale der großen Emirates zählt zu den schnell wachsenden Golf-Airlines. Noch ist die Flotte mit Drehkreuz in Abu Dhabi mit 72 Flugzeugen halb so groß wie die der Air Berlin, schon in sechs Jahren sollen es aber 158 Maschinen sein.

Kräftiges Passagierplus

2013 beförderte Etihad knapp 12 Millionen Passagiere, ein Plus von 16 Prozent. Das wirkt gegen die 31,5 Millionen der Beteiligung Air Berlin auch deshalb bescheiden, weil bei Etihad lange Strecken dominieren. Die knapp 11.000 Beschäftigten erwirtschafteten 2013 6,1 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Qatar Airways Erstkunde bei der A350

Qatar Airways aus dem Emirat Katar komplettiert das Trio vom Golf. Die Fluggesellschaft wurde 1993 gegründet, ebenfalls auf Betreiben der Herrscherfamilie. Die Airline ist Großkunde bei Airbus und Boeing und hat nach eigenen Angaben 280 Flugzeuge bestellt. Beim neuen Airbus-Mittelstreckenjet A350 ist Qatar Airways Erstkunde.

Kritik wegen Arbeitsbedingungen

Zuletzt wurde Qatar Airways wegen der Arbeitsbedingungen kritisiert. Unter anderem wird der Arline vorgeworfen, dass seine überwiegend ausländischen Mitarbeiter unter Aufsicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und eine Sperrstunde einhalten müssen. Außerdem dürfen sie demnach in den ersten fünf Jahren ihrer Firmenzugehörigkeit nicht heiraten, Schwangerschaften sind ein sofortiger Kündigungsgrund.

Die Lufthansa ist bereits Gemeinschaftsunternehmen auf bestimmten Strecken eingegangen. So betreibt sie eines nach Japan mit der Fluggesellschaft ANA, bei dem die Umsätze geteilt werden. Zusammen mit Air China könnte die Lufthansa ihre Position in Asien verbessern. Denn auf den Fernoststrecken setzen Emirates aus Dubai und Etihad Airways aus Abu Dhabi der Lufthansa stark zu. Um die Preisbrecher aus der Golfregion auf Abstand zu halten, will Spohr der FAZ zufolge auf ausgewählten Strecken mit Billigflugangeboten kontern.

Von

rtr

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