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02.08.2013

07:45 Uhr

Schwaches Quartal

Gewinneinbruch bei der Lufthansa

Die Lufthansa muss in der ersten Jahreshälfte einen herben Einbruch des Gewinns hinnehmen. Im Vorjahr hatte der Verkauf einer Tochter das Ergebnis aufgepeppt. Für das Gesamtjahr bleibt der Vorstand optimistisch.

Gewinneinbruch bei Lufthansa

Dank Reformen aus der Krise fliegen

Gewinneinbruch bei Lufthansa: Dank Reformen aus der Krise fliegen

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FrankfurtDie Lufthansa hat zum Start des wichtigen Sommergeschäfts deutlich weniger verdient. Operativ verbuchte die Fluggesellschaft im zweiten Quartal einen Gewinn von 431 Millionen Euro - ein Minus von 27 Prozent, wie die größte europäische Airline am Freitag mitteilte. Der Einbruch ist auf Sondereffekte im vorigen Jahr zurückzuführen, die der Kranich-Airline viel Geld in die Kasse gespült hatten. Dazu zählt unter anderem der Verkauf der britischen Tochter BMI und die Übertragung des Flugbetriebs von Austrian auf deren Tochter Tyrolean. Die Schritte haben der Lufthansa damals einmalig mehr als 300 Millionen Euro eingebracht. Ohne diesen Basiseffekt wäre der operative Gewinn des Konzerns um gut 60 Prozent gestiegen. Der Gesamtumsatz sank in den drei Monaten bis Ende Juni um ein Prozent auf 7,84 Milliarden Euro.

Die Markterwartungen verfehlte der Frankfurter Konzern damit: Von Reuters befragte Analysten hatten für das zweite Quartal bei 8,1 Milliarden Euro Umsatz mit einem operativen Ertrag von 599 Millionen Euro gerechnet.

Was sich für Vielflieger ändert

Buchungsgarantie

Bei der Lufthansa konnten sich Senatoren und HONs noch darauf verlassen, auf jeden Fall einen Platz in der gewünschten Maschine zu bekommen. Diese Buchungsgarantie entfällt nun. Allerdings werden Germanwings-Flüge im Gegensatz zu Lufthansa-Maschinen auch nicht überbucht.

Priority Check-in

Der Vorrang beim Check-In bleibt für alle Karteninhaber. Vom Frequent Traveller bis zum HON auch bei Germanwings erhalten.

Priority Boarding

Senatoren und HONs können sich auch weiterhin das Schlangestehen beim Boarding sparen. Für Frequent Traveller gibt es dieses Privileg in der niedrigsten Buchungsklasse nicht.

Freigepäck

An Bord der Germanwings-Maschinen gibt es für Vielflieger kein Freigepäck mehr. Auch das zweite Handgepäck, das an Bord der Lufthansa noch zugelassen war, gibt es nicht mehr.

Schnellere Gepäckabfertigung

Anders als die Lufthansa ist Germanwings kein Mitglied der Star Alliance. Die schnellere Gepäckabfertigung bei der Umstellung entfällt darum.

Lounge-Zugang

Für HONs und Senatoren besteht nach wie vor unbeschränkter Lounge-Zugang. Bei Frequent Travellern hängt der Zugang von der Buchungsklasse ab. Sie müssen mindestens den Smart-Tarif gebucht haben. Mit Best-Tarif haben auch Passagiere ohne Vielflieger-Status Zugang zur Lounge.

Schnellere Sicherheitskontrolle

Für HONs und Senatoren bleibt die schnellere Sicherheitskontrolle in allen Buchungsklassen bestehen. Alle anderen müssen dafür Best-Tarif gebucht haben.

Meilen

Auch bei Germanwings können Vielflieger weiterhin in allen Buchungsklassen Meilen sammeln. Allerdings lassen sich HON Circle Meilen nur im Best-Tarif sammeln.

Essen an Bord

Hängt von der Buchungsklasse ab. Im Basic-Tarif muss sämtliches Essen an Bord separat bezahlt werden. Im Smart-Tarif ist ein Snack (Brötchen oder Sandwich) und ein Softdrink inklusive. Im Best-Tarif gibt es Essen a la carte und alle Getränke inklusive.

Für das laufende strebt der Vorstand des 117.000 Mitarbeiter starken Unternehmens weiterhin einen operativen Gewinn über dem Vorjahresniveau von 524 Millionen Euro an. Um im harten Wettbewerb am Himmel mit Billigfliegern wie Ryanair oder neuen Rivalen wie Emirates zu bestehen, hat sich die Lufthansa einen harten Sparkurs verordnet, dem weltweit 3500 Jobs zum Opfer fallen. Mit den harten Einschnitten will der Dax-Konzern sein operatives Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro erhöhen. Auf dem Kurs komme die Lufthansa gut voran, sagte Finanzchefin Simone Menne. "Die Neuausrichtung der Lufthansa Group nimmt Fahrt auf."

Mit ihren Sparbemühungen ist die Lufthansa in guter Gesellschaft: Ähnlich gehen die großen europäischen Konkurrenten Air France-KLM und die unter dem Dach der Airline-Holding IAG firmierende British Airways-Iberia vor - beide Konzerne haben sich harte Sanierungen verordnet.

Entlastung erwartet die Lufthansa in diesem Jahr bei den Tankkosten: Die Treibstoffrechnung dürfte auf sieben Milliarden Euro sinken, bekräftigte der Konzern seine frühere Prognose. Im Vorjahr waren es noch 400 Millionen Euro mehr gewesen. Grund zum Jubeln hat die Airline angesichts der Preissteigerungen für Flugbenzin trotzdem nicht: Allein von 2009 bis 2012 verdoppelten sich die Kerosinausgaben.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Peter

02.08.2013, 08:41 Uhr

Ich hatte das Vergnügen den HON Status von anfang an zu haben. Seit diesm Jahr nicht mehr, da ich mein Flugverhalten geändert habe. Schlechte alte Sitze in der Business Class und andere unötige Programmänderungen führten dazu , dass ich andere Fluggesellschaften auf der Langstrecke wähle.
Irgend wann reicht es einfach. So geht es nicht nur mir.

Andy

02.08.2013, 08:49 Uhr

@ Harlemjumper: Genau solche Leute des LH-Personals mit diesen Aussagen und Denkweisen sind diejenigen, welche ohne jegliche Ergebnisorientierung -und durch den gelben Ausweis wie auch Flugvergünstigungen rein extrinsisch motiviert- der Marke Lufthansa seit vielen Jahren großen Schaden zufügen. Um erfolgreich zu werden, benötigt Lufthansa intrinsisch motivierte Mitarbeiter, die sich nicht nur im ehemaligen Glanz der Marke sonnen möchten.

sdih

02.08.2013, 08:59 Uhr

@Andy

intrinsisch abstürzen dürfte demnach so gehen: einem Absturz mit innerer Zugewandtheit begegnen, nein ihn zu wollen: so etwas aber kann man von keinem Fluggast erwarten wollen.
Oder?

Das "intrinsische" übrigens galt schon als Ziel vieler bislang gescheiterter mitunter verheerender Projekte für die Menschen.

Professionalität ist gekennzeichnet von intelligenter Distanz zum Geschehen und nicht von "Intrinsität", schließlich geht es hier um eine Airline und nicht um eine politische Partei.

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