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27.05.2013

16:51 Uhr

„Schweinerei“

Österreichs Metzger kritisieren deutsche Billigkonkurrenz

Billigeres Fleisch durch billige Arbeitskräfte – das werfen österreichische Metzger ihren deutschen Kollegen vor. Sie sprechen sogar von „moderner Sklaverei“ in deutschen Betrieben, die auf Arbeiter aus Osteuropa setzen.

Vor allem die Billigarbeiter aus Osteuropa stoßen den Österreichern sauer auf. ap

Vor allem die Billigarbeiter aus Osteuropa stoßen den Österreichern sauer auf.

WienNach der belgischen hat auch die österreichische Fleischbranche Protest gegen mutmaßliches Lohndumping in deutschen Schlachthöfen erhoben. Deutsche Unternehmen könnten billigeres Fleisch anbieten, weil dort „speziell in der Fleischbranche auch moderne Sklaverei, Lohndumping herrscht“, sagte der Chef des österreichischen Verbandes der landwirtschaftlichen Veredelungsproduzenten (VLV), Hans Schlederer, am Montag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Es sei eine „Schweinerei, was da läuft“.

Die Zeitung „Kurier“ zitierte aus einem internen Vermerk der österreichischen Landwirtschaftskammer, wonach bei deutschen Branchenriesen „großteils Billigarbeiter aus Osteuropa - vor allem aus der Ukraine, Weißrussland, Polen und Moldawien“ arbeiteten. Hilfsarbeiter erhielten einen Lohn von 3,50 Euro, Facharbeiter 6,00 Euro. Im vergangenen Jahr seien wegen der Billigkonkurrenz aus Deutschland fünf für österreichische Verhältnisse große Schlachtbetriebe in die Insolvenz geschlittert, sagte Schlederer laut APA.

Er habe deswegen schon bei mehreren Regierungsmitgliedern vorgesprochen, aber „bilateral traut sich keiner so richtig, etwas zu machen“. Daher wolle Österreich über eine Initiative in Richtung Brüssel „mit anderen starken Ländern richtig vorgehen“.

Belgien hatte bei der EU-Kommission im April Beschwerde gegen Deutschland wegen mutmaßlichen Sozialdumpings in fleischverarbeitenden Betrieben eingereicht. Die belgische Regierung bezweifelt, dass die Zustände in Deutschland EU-Recht entsprechen, und fordert die Behörde zum Handeln auf. In der Branche seien Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Ausländern generell schlechter als für die sonstigen Beschäftigten. Belgien befürchtet Nachteile für das eigene Land und beklagt eine Verzerrung des Wettbewerbs.

Von

afp

Kommentare (7)

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schossi

27.05.2013, 17:23 Uhr

Die Österreicher haben vollkommen recht.
Verantwortlich sind die deutschen Politvollpfosten, die nicht ansatzweise überblicken, was sie mit ihren Gesetzen anrichten.
Wie lange braucht die Quoten-Laiin, bis sie blickt, dass gleiche Arbeit am gleichen Ort gleich vergütet werden muss.
Dann wäre es niemals möglich, dass osteuropäische Sklaven in D für 3,50 / Stunde arbeiten.
Damit das nicht irgendwelche Nullblicker wieder falsch verstehen: zu Hause können die das gerne machen.

Nachwuchs

27.05.2013, 19:36 Uhr

Lohndumping? Und was ist mit der Entwicklungshilfe und sonstigen Hilfen, die Deutschland auf Anweisung der Politiker zu Lasten der Deutsxchen zahlt. Die Ausländer arbeiten in den Heimatländer für Sklavenlöhne, verzichten auf Sozialsysteme, weil sie wissen und fordern: Deutsche Politiker zahlern auf Kosten der Deutschen alles. Also können sie billigst und unter Verzicht arbeiten.

Antonietta

27.05.2013, 23:37 Uhr

Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7–16 kg Getreide oder Sojabohnen. Dies kann ohne Übertreibung als die effektivste Form von Nahrungsmittelvernichtung bezeichnet werden. In den USA fressen die rund 8 Milliarden Schlachttiere 80% der Getreideernte. Bei den Sojabohnen dienen weltweit sogar 90% als Futtermittel. Rund ein Drittel des weltweit produzierten Getreides wird an Tiere verfüttert, um deren Fleisch zu essen. Würden z.B. die Amerikaner nur 10% weniger Fleisch essen, so könnte man mit dem dadurch eingesparten Getreide rund eine Milliarde Menschen vor dem Hungertod bewahren. Alle 3 Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung!!

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