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04.10.2013

13:16 Uhr

Schweizer Uhrenindustrie

Die China-Gefahr

VonHolger Alich

Die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie sind deutlich langsamer gewachsen. Nach einer Analyse von Credit Suisse wird der chinesische Markt für die Vorzeige-Branche noch wichtiger werden – und damit auch die Risiken.

Darauf fährt Chinas neue reiche Mittelschicht ab: Luxus-Uhren aus der Schweiz. Hublot

Darauf fährt Chinas neue reiche Mittelschicht ab: Luxus-Uhren aus der Schweiz.

ZürichHeute kaum vorstellbar: In den 70er Jahren war die Schweizer Uhrenindustrie fast tot. Zwar haben Schweizer die ersten Quarzuhren entwickelt, die viel genauer sind als mechanische Uhrwerke. Doch es waren japanische Hersteller wie Seiko, die mit günstigen Quarzuhren die Welt überschwemmten und die mechanischen Schweizer Uhren alt aussahen lassen.

Mit der peppigen Swatch rettete einst Nicolas Hayek die Schweizer Uhrenindustrie vor dem Untergang. Und heute dominieren die Schweizer den Markt für Luxusuhren. „Sie sind hier quasi der Monopolist“, sagt Fredy Hasenmaile, Co-Autor eine Studie der Credit Suisse zu den Perspektiven der Schweizer Uhrenindustrie. Die drei Weltmarktführer stammen ausnahmslos aus der Schweiz: Swatch Group (Omega, Blancpain, Breguet), Rolex und Richemont (IWC, Jaeger le Coultre, Vacheron Constantin).

Was macht eine Uhr werthaltig?

Die Marke

Die Marke wird stark international nachgefragt.

Kein Quarz

Es handelt sich um eine mechanische, nicht um eine Quarzuhr.

Der Boden

Der Boden ist verschraubt statt gedrückt.

Das Glas

Über dem Ziffernblatt und gegebenenfalls im Gehäuseboden befindet sich Saphirglas.

Das Kaliber

Die Uhr enthält ein Manufakturkaliber statt eines standardisierten Werkes.

Die Auflage

Die Auflage der Uhr ist limitiert.

Komplikationen

Die Uhr verfügt über eine große Zahl und unterschiedliche Arten von Komplikationen.

Dekoration

Die Uhr zeichnet sich durch eine besondere Dekoration des Werkes aus.

Das Ziffernblatt

Das Ziffernblatt ist besonders dekoriert, womöglich mit einer Guillochierung.

Gehäuse und Armband

Das Gehäuse und das Armband sind aus hochwertigem Material gefertigt.

Zustand

Der Erhaltungszustand ist gut, es sind keine oder nur geringe Tragespuren sichtbar.

Die Wartung

Die Wartung wurde regelmäßig durchgeführt und mit Nachweis belegt.

Die Papiere

Die Papiere und die Original-Box sind vorhanden.

Alte Uhren

Bei einer alten Uhr: Die Uhr hat eine interessante Provenienz, zum Beispiel aufgrund prominenter Vorbesitzer.

(Quelle: Michael Brückner, "Uhren als Kapitalanlage")

Vor allem dank der Nachfrage aus China ging es in den letzten Jahren stürmisch bergauf. „In den vergangenen drei Jahren legten die Uhrenexporte pro Jahr im Schnitt um 17 Prozent zu; die Exporte der Schweiz insgesamt wuchsen nur um vier Prozent“, rechnet Hasenmaile vor.

Seit Herbst 2012 hat sich die Nachfrage aus China jedoch deutlich abgeschwächt. Laut dem Verband der Schweizer Uhrenhersteller sanken sie gar seit Anfang des Jahres bis Ende August im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16 Prozent. Das hat auch politische Gründe, so dürfen chinesische Beamte seit vergangenem Sommer keine Luxusgüter mehr auf Staatskosten als Geschenke kaufen, um die Korruption einzudämmen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft in China langsamer als erhofft wächst.

Die Credit Suisse Experten bleiben dennoch optimistisch: „Wir erwarten, dass in den kommenden Jahren das Exportwachstum der Uhrenindustrie im Schnitt Werte um zehn Prozent erreichen kann“, erklärte Hasenmaile.

Trotz gebremsten wirtschaftlichen Aussichten seien die Absatzchancen in China intakt. Dank der steigenden Lebensqualität könnten sich mehr Menschen dort eine Schweizer Uhr leisten. Zudem sollen im Zuge des Freihandelsabkommen die Einfuhrzölle auf Uhren aus der Schweiz schrittweise gesenkt werden.

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