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29.05.2014

14:14 Uhr

Schwellenländer

Heimtierbranche sieht wachsende Exportchancen

Vielen Hunde- und Katzenbesitzern ist für ihren vierbeinigen Liebling das Beste gerade gut genug. Trotzdem stößt der Heimtiermarkt in Deutschland an seine Grenzen. Die Branche setzt daher auf die Schwellenländer.

Streicheleinheiten für den Liebsten: Vielen Hunde- und Katzenbesitzern ist für ihren vierbeinigen Liebling das Beste gerade gut genug. dpa

Streicheleinheiten für den Liebsten: Vielen Hunde- und Katzenbesitzern ist für ihren vierbeinigen Liebling das Beste gerade gut genug.

NürnbergDie deutsche Heimtierbranche erhofft sich von Exporten in Schwellenländer wie Brasilien, China und Osteuropa neue Wachstumschancen. Derzeit verzeichne beispielsweise Lateinamerika die größten Zuwächse. „Etwa 46 Prozent der brasilianischen Haushalte halten einen Hund“, berichtete der Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), Norbert Holthenrich, am Donnerstag zum Auftakt der Messe Interzoo in Nürnberg. Auch der asiatische Markt biete gute Chancen. Allein in China würden 40 Millionen Heimtiere gehalten. In Russland seien es sogar 44 Millionen.

„Das sind alles potenzielle Exportländer“, unterstrich auch der Vorsitzende des Interzoo-Messeausschusses, Hans-Jochen Büngener. „Da laufen in alle Richtungen intensive Vorbereitungen, um der deutschen Industrie neue Märkte zu erschließen“, unterstrich er.

Neben Tiernahrungs-Produzenten erhoffen sich auch die Hersteller von Pflegemitteln und Zubehör Chancen auf den Wachstumsmärkten in Übersee und Osteuropa. Grund für die wachsende Bedeutung von Haustieren in diesen Regionen sei unter anderem die sinkende Bedeutung der Großfamilie und die wachsende Zahl allein lebender Menschen.

Katzen-Klischees und was an ihnen dran ist

Mögen Katzen kein Wasser?

Katzen hassen Wasser nicht, sie haben jedoch ein anderes Verhältnis zu ihm als viele andere Tiere. Als Nachfahren der nubischen Falbkatze waren sie ursprünglich Wüstentiere. Im Laufe ihrer Entwicklung ist die genetische Information, dass Wasser nur zum Trinken dient, erhalten geblieben, obwohl es durchaus auch Katzen gibt, insbesondere Jungtiere, die gern im Wasser planschen.

Können Katzen und Hunde einander nicht leiden?

Grundproblem ist die unterschiedliche Körpersprache, die zu Missverständnissen führt. Schwanzwedeln beim Hund bedeutet Freude, bei der Katze Aggression. Haben Katze und Hund die Möglichkeit, sich aneinander zu gewöhnen, zum Beispiel wenn Jungtiere miteinander aufwachsen, kann sogar eine tiefe Freundschaft entstehen.

Fallen Katzen immer auf die Füße?

Katzen fallen aus großer Höhe tatsächlich oft auf ihre Füße. Ihr Stellreflex bewirkt, dass eine Katze, die aus großer Höhe stürzt, sich automatisch dreht und in die richtige Landeposition bringt. Auch hat das Katzenskelett eine nahezu perfekte Federung, die zusammen mit der flexiblen Wirbelsäule, gepolsterten Pfoten und dehnbaren Gelenken die Aufprallenenergie absorbieren kann. Das bedeutet, dass Katzen bei einem Sturz aus größerer Höhe, etwa ab der siebten Etage, oft kaum oder gar unverletzt landen können.

Sollte man Katzen Milch geben?

Milch ist für Katzen nicht als Getränk geeignet, sondern als Nahrung zu betrachten. Kuhmilch vertragen viele Katzen aufgrund der enthaltenen Laktose nicht. Sie dürfen also nur kleine Mengen bekommen, da es sonst zu Durchfall kommen kann. Besser geeignet ist Kondensmilch, gegebenenfalls mit etwas Wasser vermischt.

Fangen Katzen besonders gerne Mäuse?

Die Katze ist als Beutegreifer für die Jagd kleinerer Tiere prädestiniert. Zu ihrem Beutespektrum gehören nicht nur Mäuse, sondern je nach Lebensraum auch Insekten, Vögel, Eidechsen, Schlangen, Ratten und andere Kleinsäuger. Die Maus allerdings ist das typische Beutetier und passt aufgrund der Größenverhältnisse optimal zum Jäger Katze.

In Deutschland entwickelt sich dagegen der Heimtiermarkt den Branchen-Angaben zufolge verhalten. Mit von 3,9 Milliarden Euro habe der Fach- und Lebensmitteleinzelhandel lediglich um 1,1 Prozent über dem Vorjahr gelegen, informierte ZZF-Präsident Holthenrich. Weitere 400 Millionen Euro wurden im Onlinehandel umgesetzt.

Mit 81 Prozent des Umsatzes sei der Fachhandel im vergangenen Jahr aber weiterhin der wichtigste Absatzzweig gewesen. Etwas stärker wuchs das Geschäft mit Hundefutter: Hundebesitzer gaben 2013 mit 1,2 Milliarden Euro rund 2,4 Prozent mehr für Futter als im Jahr zuvor. Die Ausgaben für Katzenfutter stagnierten dagegen bei 1,5 Milliarden Euro.

Von

dpa

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