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24.07.2017

07:43 Uhr

Schwieriges Jahr für Brauer

Asiaten haben weniger Durst auf Bier

Kein großes Fußballturnier mit Fanfesten und zudem noch zu wechselhaftes Wetter: Für die deutsche Brauwirtschaft ist 2017 ein schwieriges Jahr. Auch im Ausland ist das Geschäft rückläufig.

Der deutsche Biermarkt ist unter anderem durch die demografische Entwicklung tendenziell rückläufig. dpa

Anstoßen mit Flaschenbier

Der deutsche Biermarkt ist unter anderem durch die demografische Entwicklung tendenziell rückläufig.

DüsseldorfNach Schätzungen des Fachmagazins „Inside“ ist der Bierabsatz im ersten Halbjahr bundesweit um etwa 2 Prozent gesunken. Auch die viertgrößte deutsche Privatbrauerei Veltins geht von einem Branchenrückgang in dieser Größenordnung aus. Das Statistische Bundesamt gibt seine Zahlen dazu am Freitag bekannt.

Nach den bisher veröffentlichen Daten für die ersten fünf Monate 2017 sank der Gesamtabsatz der deutschen Brauereien um 2,5 Prozent auf 37,2 Millionen Hektoliter. Das sind fast 935.000 Hektoliter weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Inland belief sich der Absatzrückgang auf zwei Prozent. Aber auch die Exporte schwächelten diesmal nach einem Aufwärtstrend in den Vorjahren. Wie aus der Branche zu hören ist, ging vor allem das Asien-Geschäft zurück.

Das sind die beliebtesten Biere Deutschlands

1. Krombacher

Krombacher übernimmt von Oettinger den Platz an der Sonne – obwohl der Absatz 2015 von 5,49 Millionen Hektolitern nur leicht besser ist als im Vorjahr (5,47 Millionen).

2. Oettinger

Der Absatz sank im Jahr 2015 auf 5,393 Millionen Hektoliter – und bedeutet für Oettinger damit den Verlust der Spitzenposition.

3. Bitburger

Das Bier aus der Eifel verkaufte sich 2015 etwas schlechter als im Vorjahr. Der Absatz sank um gut 2,5 Prozent auf 3,84 Millionen Hektoliter.

4. Veltins

Die Marke verkaufte 2015 2,85 Millionen Hektoliter – ein Plus von knapp drei Prozent.

5. Becks

2015 verzeichnete das Bremer Bier einen Absatz von rund 2,56 Millionen Hektolitern und legte damit um gut ein Prozent zu.

6. Paulaner

Das Bier aus Bayern verkaufte sich 2015 etwas schlechter als noch ein Jahr zuvor. Der Absatz von 2,42 Millionen Hektoliter bedeutete ein Minus von gut einem Prozent.

7. Warsteiner

Bei der Marke aus dem Sauerland ging es 2015 erneut bergab. Der Absatz sank um rund 7,5 Prozent auf 2,34 Millionen Hektoliter.

8. Hasseröder

Die Marke konnte nach dem Einbruch 2014 wieder deutlich zulegen. Ein Absatz von rund 2,25 Millionen Hektolitern bedeutet ein sattes Plus von 17 Prozent.

9. Radeberger

Ungefähr 1,9 Millionen Hektoliter wurden 2015 abgesetzt – das sind knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

10. Erdinger

Vom Bier aus Bayern wurden rund 1,8 Millionen Hektoliter abgesetzt – ein Minus von 1,1 Prozent im Vergleich zu 2014.

„Die deutschen Brauer sind in der Wirklichkeit angekommen“, sagte Veltins-Chef Michael Huber vor knapp drei Wochen. Im langfristigen Vergleich zu 2007 habe die deutsche Brauwirtschaft nicht nur 935.000 Hektoliter, sondern sogar 5,4 Millionen Hektoliter verloren. Die Einschätzung, dass der deutsche Biermarkt unter anderem durch die demografische Entwicklung tendenziell rückläufig sei, bestätige sich.

„Das zweite Halbjahr wird aufgrund starker Vorjahreswerte eine noch größere Herausforderung“, sagte „Inside“-Herausgeber Niklas Other der Deutschen Presse-Agentur. Trotz aller Werbung und Preisaktionen des Handels ließen auch Top-Marken Federn. Laut dem „Inside“-Ranking „Marken-Hitliste“ konnten nur vier der zehn größten Biermarken Absatzzuwächse im ersten Halbjahr des laufenden Jahres verzeichnen.

Von

dpa

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