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23.07.2017

21:56 Uhr

Scotch aus Schottland

Warum die Whisky-Branche den Brexit fürchtet

Schottischer Whisky ist ein Verkaufsschlager. Aussichtsreich sind die Märkte in Asien und Südamerika. Der Brexit könnte nun ein Hemmnis für die Branche werden. Die Risiken durch den EU-Austritt der Briten sind gewaltig.

Der Direktor der Wemyss Development Company und der Kingsbarns Whisky Destillerie bleibt trotz Brexit optimistisch. dpa

William Wemyss

Der Direktor der Wemyss Development Company und der Kingsbarns Whisky Destillerie bleibt trotz Brexit optimistisch.

Edinburgh/St.AndrewsIn der Kingsbarns-Destillerie nahe der schottischen Universitätsstadt St. Andrews plätschert eine farblose Flüssigkeit aus einem kupfernen Hahn. Damit Scotch-Whisky seine bernsteinfarbene Tönung und seinen Geschmack erhält, muss er zunächst jahrelang in Eichenfässern lagern.

Ähnlich lange dauert es mit dem Brexit. Erst in einigen Jahren wird klar sein, welche Folgen der geplante Austritt der Briten aus der Europäischen Union haben wird. Die Unsicherheit trifft auch die Whisky-Industrie.

Gut 90 Prozent der schottischen Whisky-Produktion geht ins Ausland. Ein Drittel davon in die EU. Zweitwichtigster Absatzmarkt sind die USA. Dann folgen Asien und Südamerika.

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Doch das Problem mit dem Brexit ist nicht so sehr der Whisky-Export auf den europäischen Kontinent – der würde dank einer Ausnahmeregel bei den Vereinbarungen der Welthandelsorganisation WTO wohl auch weiterhin zollfrei bleiben. Großbritannien drohen aber Zölle für Ausfuhren in eine Reihe von wachsenden Märkten wie Südafrika, Südkorea, Peru und Kolumbien.

Mit diesen Ländern hat die EU Freihandelsabkommen, aus denen Großbritannien mit dem Brexit wohl ausscheiden wird. Bis zu 20 Prozent könnten dort künftig auf Whisky-Importe aufgeschlagen werden, fürchtet der ehemalige Vorsitzende des Branchenverbands Scotch Whisky Association, David Frost, der inzwischen als Berater im Außenministerium arbeitet.

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William Wemyss, Gründer der Kingsbarns-Destillerie, sitzt in der Firmenzentrale, einem historischen Bau mit Natursteinfassade in Edinburgh, und zuckt mit den Achseln. „Ich habe nicht für den Brexit gestimmt, aber wir sind, wo wir sind.“ Wie viele in der Branche versucht er, dem EU-Austritt mit Zweckoptimismus zu begegnen.

Die Hoffnungen liegen auf den vollmundigen Versprechungen von Premierministerin Theresa May, die aus dem Land einen „Vorreiter des Freihandels“ machen will. Vor allem die riesigen Märkte Indien und China sollen für die britische Exportwirtschaft erschlossen werden. Mit Indien verhandelt die EU seit zehn Jahren vergeblich. Das Land erhebt eine 150-prozentige Einfuhrsteuer auf Whisky.

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