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02.01.2012

22:39 Uhr

SeaFrance in der Krise

Zwischen Calais und Dover droht das Aus

Nicolas Sarkozy will dem angeschlagenen Fährunternehmen SeaFrance helfen. Eine Beteiligungsgesellschaft soll die Firma vor dem endgültigen Aus bewahren. Zuletzt war die Konkurrenz durch den Eurotunnel zu stark gewesen.

Dieses vertraute Bild ist schon seit Mitte November Vergangenheit. Reuters

Dieses vertraute Bild ist schon seit Mitte November Vergangenheit.

ParisDie französische Regierung will das Fährunternehmen SeaFrance retten, das von der endgültigen Schließung bedroht ist: Der Staat werde das Projekt einer Beteiligungsgesellschaft der Arbeitnehmer unterstützen, gab Verkehrsministerin Nathalie Kosciusko-Morizet nach einem Krisentreffen bekannt. Präsident Nicolas Sarkozy sprach sich für die Verwendung der Abfindung der Arbeitnehmer zur Finanzierung der Gesellschaft aus.

Sarkozy schrieb in einem Brief an die Beteiligungsgesellschaft der Arbeitnehmer von SeaFrance, er habe der Eigentümerin, der französischen Staatsbahn SNCF, vorgeschlagen, eine außerplanmäßige Abfindung an die Arbeitnehmer auszuzahlen, um deren Beteiligungsgesellschaft zu finanzieren. Dadurch könne „ein bedeutender Teil“ des Finanzbedarfs gedeckt werden. Der Erfolg werde jedoch von einem „konkreten und schnellen“ Engagement der Arbeitnehmer abhängen, schrieb Sarkozy.

Ein Pariser Handelsgericht hatte Mitte November die Auflösung der Fährgesellschaft verfügt, die zwischen dem nordfranzösischen Calais und dem britischen Dover fuhr. Übernahmeangebote des großen dänischen Fährbetreibers DFDS und der SeaFrance-Belegschaft hatte das Gericht als nicht ausreichend abgelehnt. Derzeit liegt nur noch ein Angebot der Belegschaft vor, das aber noch nicht ausreichend finanziert ist. Nach Angaben der Gewerkschaft CFDT wären etwa 50 Millionen Euro nötig, um den Fährbetrieb wieder neu zu starten.

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Das Gericht berät am Dienstag erneut über die Zukunft von SeaFrance. Sollte sich kein Ausweg finden, wird SeaFrance bis zum 28. Januar aufgelöst. Der Fährbetrieb ist bereits seit Mitte November eingestellt. Das Fährunternehmen, das durch die Eröffnung des Bahntunnels unter dem Ärmelkanal im Jahr 1994 starke Konkurrenz bekommen hatte, hatte 2010 einen Nettoverlust von 240 Millionen Euro gemacht. Es hat 880 festangestellte Mitarbeiter. Eine Geldspritze der SNCF hatte die EU-Kommission im Oktober verboten.

Von

afp

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